Neun WM-Neulinge: Von Mini Martschini bis zum grossen Wieser
Publiziert

Neun WM-NeulingeVon Mini Martschini bis zum grossen Wieser

Gleich neun Neulinge gehören zum 25-köpfigen Schweizer WM-Kader. 20 Minuten stellt sie vor.

von
Marcel Allemann
Moskau

Sandro Zurkirchen (26, Torhüter, Ambri): Einsätze sind für ihn keine vorgesehen, Zurkirchen ist die Nummer 3 in der Goalie-Hierarchie hinter Reto Berra und Robert Mayer. Diese WM-Erfahrung kann ihm trotzdem keiner nehmen und sie ist eine schöne Belohnung für seine bemerkenswerte Karriere. Bei seinem Stammklub EV Zug für zu leicht befunden, entwickelte er sich zu einem der solidesten NLA-Goalies.

Christian Marti (23, Verteidiger, Lehigh Valley Phantoms/AHL): Eine der grössten Schweizer Verteidiger-Hoffnungen. Er legte bereits als Junior eine unglaubliche Reife und Abgeklärtheit an den Tag. Der ehemalige Klotener Junior verfügt zudem mit seinen 192 Zentimetern und 95 Kilogramm über Gardemasse. Nun werden wir erfahren, ob er schon gut genug ist für eine A-WM – sofern er denn überhaupt zum Zug kommt und nicht noch dem vorläufig noch in den NHL-Playoffs engagierten Roman Josi weichen muss.

Noah Schneeberger (27, Verteidiger, Davos): Von Langenthal ging es für ihn via Langnau nach Biel weiter, wo er in der NLA debütierte. Schneeberger schlug ein und klopfte während seiner Zeit im Berner Seeland schon einmal an die Türe zur Nati. Doch mit seinem Transfer zu Servette 2011 geriet seine Karriere ins Stocken und es musste Arno Del Curto her, um sie zu retten. Zu Beginn hatte er auch in Davos Schwierigkeiten, doch in seiner vierten HCD-Saison sah man zuletzt den bislang besten Schneeberger. Ob sein Level für eine WM ausreicht? Einen Versuch ist es wert.

Sven Andrighetto (23, Stürmer, Montreal Canadiens/NHL): In Montreal kann sich der Ustermer nicht mehr bewegen, ohne um Autogramme oder Selfies gebeten zu werden, in der Schweiz kennt man ihn kaum. Dies liegt daran, dass er bereits als 18-Jähriger nach Nordamerika auszog und sich dort beharrlich nach oben arbeitete. In dieser Saison gelang ihm mit 7 Toren und 10 Assists in 44 Spielen der Durchbruch in der NHL. Nur in der Nati hat es bislang mit dem Toreschiessen noch nicht geklappt. Bleibt zu hoffen, dass dieser Knoten rasch platzt – und er in Moskau das Schweizer Offensivspiel beleben kann.

Gaëtan Haas (24, Stürmer, Biel): Zuletzt der wichtigste Spieler beim EHC Biel, nicht zuletzt wegen seiner Vielseitigkeit. Der smarte Center und elegante Läufer kommt im Powerplay auch als Verteidiger zum Einsatz und verfügt über einen knackigen Schuss. Vor einem Jahr gefiel er in der WM-Vorbereitung fast noch besser, doch Glen Hanlon fehlte damals der Mut, ihn an die WM mitzunehmen – Patrick Fischer hat ihn.

Grégory Hofmann (23, Stürmer, Lugano): Eines der grössten Schweizer Sturmtalente. Zog schon als Junior von La Chaux-de-Fonds nach Ambri aus und ging anschliessend während dreier Jahre in Davos durch die Schule von Arno Del Curto. Glücklicherweise hat der Romand nach seinem Transfer zu Lugano nicht stagniert, sondern ist eher noch eine Spur besser geworden. Ein guter Schütze, doch bringt er auch genügend Wasserverdrängung mit, um sich auf dem internationalen Parkett durchzusetzen?

Lino Martschini (23, Stürmer, Zug): Der mit 167 Zentimetern kleinste Spieler der NLA war nun zweimal in Folge der beste Schweizer Skorer der Liga. Es war ein Skandal, dass ihn Glen Hanlon nicht schon vor einem Jahr an die WM mitnahm. Patrick Fischer wiederholt diese Torheit nicht und ermöglicht dem Zuger nun die WM-Premiere. Ist er nicht zu klein für dieses Level? Vielleicht gegen die mobilen Verteidiger-Brocken aus Schweden und Russland. Aber die meisten Gegenspieler kriegen ihn nicht, weil er zu schnell und wendig ist. Mini Martschini kann mit seiner Torgefährlichkeit (8 Nati-Tore diese Saison!) gerade in den zentralen Spielen gegen Kasachstan, Norwegen, Dänemark und Lettland den Unterschied ausmachen.

Samuel Walser (23, Stürmer, Davos): Aufgewachsen in Olten, ausgebildet in Kloten und zum Nationalspieler gereift in Davos. Walser ist einer der grossen Schweizer Hoffnungsträger auf dem Posten des Mittelstürmers. Ein hart arbeitender Zweiweg-Center, der auch Tore schiessen kann.

Marc Wieser (28, Stürmer, Davos): An der letzten WM debütierte sein jüngerer Bruder Dino an der WM, nun sind die beiden gemeinsam dabei. Marc Wieser krönt damit seine überragende Saison. Ein dynamischer, gradliniger Stürmer mit Torriecher, der nach drei Lehrjahren in Biel nun auch bei seinem Stammklub Davos eine Schlüsselrolle eingenommen hat. Die Wiesers gehören zu den leidenschaftlichsten Spielern der Schweiz, nun können sie gemeinsam zeigen, ob sie auch an einer WM den Gegnern unter die Haut fahren können.

Deine Meinung