Von Nasa-Sonde getroffen: Dimorphos hat jetzt einen Schweif

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DimorphosVon Nasa-Sonde getroffener Astroid hat jetzt einen 10’000 km langen Schweif

Ein neues Bild zeigt, wie der kürzlich von einer Nasa-Sonde getroffene Asteroid nun aussieht. Hinter ihm fliegt eine 10’000  Kilometer lange Trümmerspur her.

von
Samira Kunz
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Ein Bild, welches Astronomen in Chile aufgenommen haben, zeigt den langen Schweif aus Trümmerteilen hinter dem Asteroiden.

Ein Bild, welches Astronomen in Chile aufgenommen haben, zeigt den langen Schweif aus Trümmerteilen hinter dem Asteroiden.

 CTIO/NOIRLAB
Eine Nasa-Sonde war eine Woche zuvor mit Absicht mit dem Asteroiden kollidiert.

Eine Nasa-Sonde war eine Woche zuvor mit Absicht mit dem Asteroiden kollidiert.

via REUTERS
Die Sonde «Dart» wurde dabei zerstört.

Die Sonde «Dart» wurde dabei zerstört.

AFP

Darum gehts

Ein neues Bild zeigt, dass der Asteroid, der von der Nasa-Sonde getroffen wurde, eine 10’000 Kilometer lange Trümmerspur hinterlässt. Aufgenommen wurde das Bild der kometenähnlichen Wolke hinter Dimorphos von einem Teleskop in Chile. Die Trümmerspur werde voraussichtlich noch länger werden, bis sie sich vollständig auflöse und als Weltraumstaub umherfliege, wie BBC schreibt. 

Terry Kareta, ein an den Beobachtungen beteiligter Astronom, sagte gegenüber BBC: «Es ist erstaunlich, wie deutlich wir die Struktur und das Ausmass der Nachwirkungen in den Tagen nach dem Einschlag erfassen konnten.» Die Trümmerspur werde nun weiter beobachtet.

Die Kollision war Teil eines Nasa-Tests

Die Nasa-Sonde «Dart» (Double Asteroid Redirection Test) wurde letzte Woche absichtlich in den Asteroiden gelenkt. Es wurde getestet, ob auf diese Art Asteroiden, die die Erde bedrohen könnten, auf eine andere Flugbahn gestossen werden könnten. Um einen gefährlichen Asteroiden an der Erde vorbeizulenken, wären bei einem frühzeitigen Eingreifen nämlich nur minimale Kursänderungen nötig.

Ob das funktioniert hat, ist noch unklar und die Nasa arbeitet daran herauszufinden, ob der Himmelskörper seine Flugbahn geändert hat. Nach dem Zusammenstoss wurde ein Video veröffentlicht, auf dem dieser zu sehen ist.

Asteroidenabschüsse sollen in Zukunft die Erde schützen

Im Kontrollzentrum in Laurel im US-Bundesstaat Maryland brachen Ingenieure und Wissenschaftler in Jubel aus, als die Übertragung nach der Kollision endete. «Wir brechen auf in eine neue Ära – eine Ära, in der wir möglicherweise in der Lage sind, uns vor so etwas wie einem gefährlichen Asteroideneinschlag zu schützen», erklärte die Chefin der Nasa-Abteilung für Planetenforschung, Lori Glaze.

Die Sonde selbst wurde bei dem Zusammenstoss mit Dimorphos zerstört. Wenige Minuten nach dem Aufprall sollte aber ein kleiner Satellit, der vor ein paar Wochen von dem Raumfahrzeug abgedockt war, an der Kollisionsstelle vorbeifliegen und Nahaufnahmen von ihr liefern. Es wird allerdings Wochen und Monate dauern, bis diese Bilder auf der Erde eintreffen.

Dimorphos, eine Art Mond des Asteroiden Didymos, stellt Berechnungen der Nasa zufolge derzeit keine Gefahr für die Erde dar – und die Mission ist so angelegt, dass der Asteroid auch nach dem Aufprall der Sonde, die nur eine Kamera an Bord hat, keine Gefahr darstellen soll. 

Dimorphos, der mit einem Durchmesser von 160 Metern etwa so gross ist wie eine ägyptische Pyramide, war auf den Live-Bildern der Nasa rund eine Stunde vor der Kollision zum ersten Mal als Lichtfleck zu sehen. In den letzten Minuten vor dem Aufprall mit der Sonde, die etwa die Grösse eines Autos hatte, war dann sogar seine felsige Oberfläche zu erkennen.

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