Von Opel will Jelmoli-Aufspaltung
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Von Opel will Jelmoli-Aufspaltung

Nach dem geplatzten Verkauf des Immobiliengeschäfts wird die Jelmoli-Gruppe nun in eine Immobilien- und eine Investmentgesellschaft aufgeteilt. Beide Unternehmen werden an der Schweizer Börse kotiert sein.

Der vom Verwaltungsrat vorgeschlagenen Aufspaltung steht nichts mehr im Weg: Mehrheitsaktionär Georg von Opel unterstützt den Schritt, wie Jelmoli am Dienstag mitteilte. Dazu sollen Aktien der Investmentgesellschaft ausgegeben werden. Jelmoli-Aktionäre werden also Papiere beider Gesellschaften besitzen.

Entschieden wird an einer ausserordentlichen Generalversammlung, die voraussichtlich im dritten Quartal stattfindet. Da nur eine einfache Mehrheit nötig ist, dürfte die Aufspaltung beschlossene Sache sein. Von Opel hält über seine Investmengesellschaft Pelham 28,1 Prozent des Aktienkapitals und 54,9 Prozent der Stimmen.

Machtverzicht gegen Prämie

Wie es nach der Aufspaltung weiter geht, ist noch offen. Der Jelmoli-Verwaltungsrat will bei der Immobiliengesellschaft eine Einheitsaktie einführen. Damit würde der deutsche Investor von Opel seine Stimmenmehrheit verlieren.

Pelham Investments lehnt die Einführung einer Einheitsaktie aber nicht grundsätzlich ab. Als Ausgleich werde jedoch «eine angemessene Kompensationsprämie» erwartet, sagte Pelham-Sprecher Siro Barino gegenüber der Finanznachrichtenagentur AWP. Zu deren Höhe wollte er sich nicht äussern.

Über die Einheitsaktie und die Prämie für Pelham soll ebenfalls eine ausserordentliche Generalversammlung entscheiden. Nötig ist die Zustimmung der Aktionäre mit qualifizierter Mehrheit. Folglich muss sich Pelham mit weiteren Aktionären über die angemessene Höhe der Prämie einigen, wie es in der Jelmoli-Mitteilung weiter hiess.

Bis Anfang 2009 unter Dach

Jelmoli geht davon aus, dass sowohl die Aufspaltung der Gruppe als auch die Einführung der Einheitsaktie bis Anfang 2009 unter Dach sind. Die Investmentstrategie der neuen Gesellschaft soll in den nächsten Monaten abschliessend festgelegt werden.

Fokussiert wird auf Anlagemöglichkeiten, die für öffentliche Investoren nicht ohne weiteres zugänglich seien. Die Gesellschaft hat ihren Sitz in der Schweiz. In ihr gehen die liquiden Mittel, Beteiligungen in Russland, Algerien und an den Seiler Hotels sowie die Molino Restaurants, Beach Mountain und Fundgrube auf.

Zur neuen Immobiliengesellschaft gehören gemäss den Plänen des Verwaltungsrats das Schweizer Immobilien-Portfolio samt Entwicklungsprojekten wie auch das Jelmoli-Warenhaus in Zürich. Die Gesellschaft soll weiterhin unter dem Namen Jelmoli geführt werden.

Die Neuausrichtung der Jelmoli-Gruppe wurde nötig, nachdem der geplante Verkauf des Immobiliengeschäfts an ein israelisches Konsortium geplatzt war. Die Käufer waren wegen der Finanzkrise nicht mehr in der Lage, den vereinbarten Preis von 3,4 Mrd. Fr. zu zahlen. In diesem Zusammenhang macht Jelmoli Schadenersatz geltend. (sda)

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