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Sex mit CousinVon Sekte missbraucht — Opfer erhält 16 Mio Dollar

Mit 14 Jahren wurde Elissa Wall in einer Polygamie-Sekte zur Ehe mit einem Cousin gezwungen. Es folgten Jahre des Missbrauchs und der Demütigung. Jetzt wird sie entschädigt.

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Am 6. September 2017 wurde Sektenopfer Elissa Wall (Mitte, in einem Archivbild vom 2012) eine Entschädigung über 16 Millionen Dollar zugesprochen.

Am 6. September 2017 wurde Sektenopfer Elissa Wall (Mitte, in einem Archivbild vom 2012) eine Entschädigung über 16 Millionen Dollar zugesprochen.

Trent Nelson
Wall lebte mit ihrer Familie in der Sekte Fundamentalistische Kirche der Heiligen der Letzten Tage (FLDS). Mit 14 wurde sie zur Ehe mit einem fünf Jahre älteren Cousin gezwungen, von dem sie regelmässig vergewaltigt wurde. 2008 schrieb sie ein Buch darüber.

Wall lebte mit ihrer Familie in der Sekte Fundamentalistische Kirche der Heiligen der Letzten Tage (FLDS). Mit 14 wurde sie zur Ehe mit einem fünf Jahre älteren Cousin gezwungen, von dem sie regelmässig vergewaltigt wurde. 2008 schrieb sie ein Buch darüber.

Der Fall der Fundamentalistischen Kirche der Heiligen der Letzten Tage (FLDS) hatte im Jahr 2008 weltweit für Schlagzeilen gesorgt, als die Behörden mehr als 400 Kinder und Jugendliche von der Ranch der Sekte in Texas geholt hatten.

Der Fall der Fundamentalistischen Kirche der Heiligen der Letzten Tage (FLDS) hatte im Jahr 2008 weltweit für Schlagzeilen gesorgt, als die Behörden mehr als 400 Kinder und Jugendliche von der Ranch der Sekte in Texas geholt hatten.

Keystone/AP/Tony Gutierrez

Elissa Wall kann sich bis heute gut an ihren Hochzeitstag erinnern. Es war kein glücklicher Tag: Wall lebte mit ihrer Familie in der Sekte Fundamentalistische Kirche der Heiligen der Letzten Tage (FLDS) in Texas. Mit 14 Jahren zwang ihre Mutter sie zur Ehe mit einem fünf Jahre älteren Cousin. In den darauffolgenden drei Jahren wurde das Mädchen von ihrem Ehemann regelmässig vergewaltigt und gedemütigt.

Am Mittwoch, über 16 Jahre später, sprach ein Gericht im US-Staat Utah der ehemaligen Kinderbraut eine Entschädigung zu. Wie die «Salt Lake Tribune» berichtet, muss die Polygamie-Sekte Wall 16 Millionen Dollar als Wiedergutmachung bezahlen.

Opfer erzählt alles in einem Buch

Ihre Geschichte machte die heute 31-jährige Wall 2008 in ihrem Buch «Stolen Innocence» («Gestohlene Unschuld») bekannt: Sie erzählt von ihren Jahren in der Sekte, von den sexuellen Missbräuchen durch den Anführer Warren Jeffs, von den systematischen Zwangshochzeiten minderjähriger Mädchen mit älteren Männern.

Sie schildert auch, wie sie während ihrer Ehe Fehlgeburten und eine Totgeburt erlitt, wie sie im Alter von 17 Jahren versuchte, sich mit einer Überdosis Ibuprofen das Leben zu nehmen. 2005 gelang der jungen Frau die Flucht. Kurz danach zeigte sie den polygamen Sekten-Guru Jeffs an. 2008 befreite die Polizei bei einer Razzia mehr als 400 Kinder und Jugendliche von der Ranch der Sekte in Texas.

Der Sektenführer sitzt im Knast

2011 wurde Warren Jeffs schliesslich wegen Kindesmissbrauchs schuldig gesprochen. Ein Geschworenengericht sah es als erwiesen an, dass der Sektenführer sicher zwei Mädchen sexuell missbraucht hatte. Er wurde zu einer lebenslangen Haftstrafe verurteilt.

Elissa Wall gab an, mit dem zugesprochenen Geld anderen Sektenopfern helfen zu wollen. Die hohe Entschädigungssumme soll vom Konto der Sekte und des inhaftierten Anführers abgezogen werden.

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