Aktualisiert 28.07.2004 19:53

«The Ladykillers»Von Tuten und Blasen keine Ahnung

Tom Hanks als Gentleman-Gauner: In «The Ladykillers» wickelt er eine alte Lady um den Finger – und möchte ans grosse Geld.

G. H. Dorr (Hanks) gibt sich als Professor aus, der mit seinem Orchester einen Übungsraum sucht. Er schmeichelt sich bei einer alten allein stehenden Lady ein, die ein Haus am Mississippi besitzt. Diese ist ab dem Gentleman gerührt und offeriert ihm und seinen «Musikern» ihren Keller. Eigentlich haben die Herren aber von Tuten und Blasen keine Ahnung.

Viel mehr graben sie einen Tunnel, um das nahe gelegene Casino auszurauben. Doch die alte Lady ist nicht auf den Kopf gefallen und kommt den Gaunern auf die Schliche. Die Unbestechliche soll nun aus dem Weg geräumt werden – doch daran beissen sich die ungelenken Herren die Zähne aus.

«The Ladykillers» ist das Remake des gleichnamigen Klassikers aus dem Jahre 1955. An die Neuverfilmung haben sich die Regie-Brüder Ethan und Joel Coen («Fargo») herangewagt. Weshalb der Film einen nicht richtig mitreisst, ist schwierig zu sagen.

An Tom Hanks liegt es sicherlich nicht und auch die Geschichte bietet eigentlich alles für eine raffinierte, schwarze Gangsterkomödie. Vielleicht liegt es daran, dass die Coen-Brüder den Film statt wie im Original in London in den US-Südstaaten angesiedelt haben – in einem verschlafenen Kaff. Das dortige Leben wird von den Regisseuren dermassen öde präsentiert, dass das Unterfangen der Gangster keine echte Herausforderung darstellt. Zum Teil ist das Unvermögen der Crew und die Inszenierung der Coen-Brüder ja witzig, wenn nicht brillant – doch mit Situationskomik alleine lassen sich in den seltensten Fällen 104 Minuten unterhaltsam füllen.

Benjamin Bögli

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