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Wiesn-BilanzVon wegen massvoll: Mass voll!

Fesche Dirndl und reichlich Bier: Rund 880 000 Besucher strömten an den ersten zwei Tagen zum Oktoberfest. Sie stemmten rund eine Million Mass - pro Rock und Lederhose mehr als im Vorjahr.

von
oku

Das 179. Oktoberfest begann feucht. Und das nicht etwa weil Münchens Oberbürgermeister Christian Ude am Samstag beim Fassanstich zu fest zugeschlagen und die Gäste im Schottenhamel-Zelt einer Bierdusche unterzogen hätte. Zwar wäre dies in der Tat fast passiert. Doch Udes Anzapftrainer Helmut Huber nahm die Sache in die Hand und versenkte den Zapfhahn mit einem weiteren festen Schlag des Schlegels im Fass. Dennoch waren viele Besucher reichlich nass. Am Eröffnungstag regnete es kräftig in der Landeshauptstadt.

Den Besucherzahlen konnte das nichts anhaben. Über 880 000 Menschen strömten alleine während der ersten zwei Oktoberfest-Tage auf die Theresienwiese. Etwas weniger als am Eröffnungswochenende im Vorjahr. Dennoch wurde rund eine Million Liter Bier in dieser Zeit konsumiert. Einzig die Fahrgeschäfte hatten zunächst am Samstag noch zu leiden, denn die vielen Besucher zogen diejenigen Schausteller vor, die Überdachungen hatten. Oder drängten in die Zelte. Dort kam es an den Eingängen zu reichlich Drückereien, da die Biergärten nur wenig Besucher lockten. Am Sonntag hingegen lies Sonnenschein draussen und drinnen wieder Feststimmung aufkommen. Die Situation vor den Zelten entspannte sich.

Randale abseits des Festgeländes

Seit diesem Jahr ist das Mitbringen von Getränkeflaschen nicht mehr gestattet. So wurden allein am Samstagmorgen zwischen 7 und 9 Uhr über 5000 Flaschen eingezogen. Das teilte die Polizei mit. Dies führte zu einzelnen hitzigen Diskussionen. Ansonsten bilanzieren die Sicherheitskärfte ein ruhiges Wochenende. Allerdings kam es abseits des Festgeländes zu unschönen Szenen.

Auf dem Freigelände der Messe in Riem fand laut Polizei am Freitagabend eine Welcome-Party statt, an der vor allem australische und neuseeländische Touristen teilnahmen, die dort in Wohnmobilen nächtigen. Einige von ihnen, besprühten Asphalt und Fahrzeuge mit Farbe. Als die Polizei anrückt, werden auch deren Autos mit Farbe besprüht. «Viele Campbesucher solidarisierten sich mit den Tätern. Es herrschte eine sehr aggressive Stimmung», beschreibt Polizeisprecher Damian Kania die Situation gegenüber der «Süddeutschen Zeitung». Am Ende waren 30 Streifen im Einsatz und verhinderten eine Eskalation.

Knapp 10 000 Teilnehmer beim Umzug

Vor dem Fassastich am Samstag waren die Wiesn-Wirte beim traditionellen Einzug zum Festgelände durch die Münchner Innenstadt zur Theresienwiese marschiert. Am Sonntag folgte dann bei strahlender Sonne der traditionelle Trachten- und Schützenzug. Fast 10 000 Aktive beteiligten sich an dem rund sieben Kilometer langen Marsch. Darunter auch Brauchtumsgruppen aus ganz Deutschland, Italien, Österreich und der Schweiz. Zum Umzug gehören neben den prachtvollen Gespannen der Münchner Brauereien mehr als 40 festlich geschmückte Wagen.

Die Mass kostet bis zu 9,50 Euro

Immer wieder ein Thema beim Oktoberfest: Die Bierpreise. Manch Festbesucher muss dabei kräftig schlucken. Der Liter kostet in diesem Jahr zwischen 9,10 und 9,50 Euro. Auf dem Oktoberfest 2011 hatten die rund 6,9 Millionen Besucher 7,9 Millionen Mass Bier getrunken sowie mehr als 522 000 Brathendl, knapp 125 000 Schweinswürste, 69 900 Schweinshaxn sowie 118 ganze Ochsen verzehrt.

In diesem Jahr werden allerdings nur rund 6,5 Millionen Menschen erwartet, da fast zeitgleich auf dem Südteil der Theresienwiese das Zentral-Landwirtschaftsfest (ZLF) stattfindet. Die Veranstalter sprechen daher auch von der «Kleinen Wiesn».

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