Keane - «Hopes and Fears»: Von Wiegenliedern inspiriert
Aktualisiert

Keane - «Hopes and Fears»Von Wiegenliedern inspiriert

Das Album der Britpop-Hoffnung Keane hat es geschafft: Von Null auf Platz 1 der UK-Album-Charts!

Nicht alle arbeitslosen englischen Middleclass-Jungs brüllen ihren Frust in lauten Alkoholfahnen über den Fussballplatz. Keane-Sänger Tom Chaplin hat sich dafür Piano-Spieler Tim Rice-Oxley und Schlagzeuger Richard Hughes ausgesucht. Im Hooligan-Chor fände Chaplins hoher Singsang wohl auch kein Gehör. So hat der Sänger seine Band auch nicht nach ManU-Raubein Roy Keane benannt. Die Ehre gebührt Cherry Keane, dem Kindermädchen, welches Chaplin früher in den Schlaf sang.

Damit prägte die Wiegendame Chaplins Musikvorstellung nachhaltig. Denn das Keane-Debüt geniesst man am besten in der Horizontalen. Sorglos kann man sich zu «Hopes and Fears» Träumereien hingeben. Gefahr, durch Kanten oder Brüche hochgeschreckt zu werden, besteht bei keinem der elf Songs. Frei von Gitarren, umschmeicheln sie die Ohren rund und weich wie Chaplins Pausbacken. Dennoch gelingt es nicht ganz einzuschlafen: zu schön die Balladen und Chaplins hohe Stimme irgendwo zwischen Coldplay-Mann Chris Martin und A-has Morten Harket. Ausserdem ist selber schuld, wer zu früh wegtritt. Denn obwohl die Single «Somewhere Only We Know» gleich zu Beginn kommt – weiter hinten lauern noch weitere Perlen.

Keane «Hopes and Fears», Universal Island Records.

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