Letzte Chance: Vonlanthen: Rückkehrer ohne Ansprüche
Aktualisiert

Letzte ChanceVonlanthen: Rückkehrer ohne Ansprüche

Dass zum Saisonbeginn viele Augen auf ihn gerichtet sein werden, ist für Johan Vonlanthen nichts Neues: «Ich bin ganz entspannt.»

von
Sandro Compagno

Einst galt der heute 27-Jährige als eines der grössten Talente, die der Schweizer Fussball je gehabt hatte. Doch aus der Weltkarriere wurde nichts. Falsche Entscheide in Transferfragen spielten dabei eine Rolle, vielleicht auch überzogene Erwartungen, ganz sicher ein problematisches Umfeld. Seine persönlichen Probleme gipfelten im Frühjahr 2012 im Rücktritt mit erst 26 Jahren.

Leistungsorientierter Vertrag

Jetzt ist Johan Vonlanthen zurück und voller Tatendrang. Der Grasshopper Club hat den feinen Techniker mit einem sehr leistungsorientierten Vertrag verpflichtet. Und der will seine (vielleicht letzte) Chance nutzen. «Die Motivation ist riesig. Das Ganze ist auch für mich sehr spannend», sagt der Rückkehrer kurz vor Saisonbeginn. Bei GC trifft er auf ein Umfeld, das ihm behagt: Mit Stéphane Grichting spielte er einst in der Nati, mit Vero Salatic, Frank Feltscher und Shkelzen Gashi in Juniorenauswahlen: «Ich fühle mich gut aufgenommen. Wir sind eine sehr junge Mannschaft, es ist immer etwas los. Es macht viel Spass.»

«Enorme Qualitäten»

Auch sein neuer Trainer Michael Skibbe geht davon aus, viel Freude am neuen Stürmer zu haben: «Dass er über enorme Qualitäten verfügt, sieht man in jedem Training.» Ob der 40-fache Schweizer Internationale diese Qualitäten bereits am Sonntag in St. Gallen im Duell der beiden Überraschungsmannschaften der vergangenen Saison zeigen darf, darauf will sich Skibbe nicht festlegen: «Ich denke, er braucht noch etwas Zeit, um seinen Rhythmus zu finden.»

Vonlanthen selbst startet ohne Ansprüche in die Saison: «Ob ich in St. Gallen in der Startelf stehe oder im Laufe des Spiels eingewechselt werde, ändert nichts Grundlegendes an meiner Situation. Ich muss dafür sorgen, dass ich zu 100 Prozent bereit bin, wenn ich gebraucht werde.»

Nur etwas fehlt dem kolumbianisch-schweizerischen Doppelbürger noch zum perfekten Glück: Seine Frau Rosa und Söhnchen Esteban (3) sind noch in Kolumbien. Vonlanthen: «Der Papierkram ist erledigt. Jetzt liegt der Ball bei den Migrationsbehören.»

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