HIV nimmt zu: Vor allem Männer stecken sich mit HIV an
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HIV nimmt zuVor allem Männer stecken sich mit HIV an

Die Zahl der neuen HIV-Fälle in der Schweiz ist in den ersten neun Monaten 2008 verglichen mit dem Vorjahr leicht gestiegen.

Die Entwicklung ist vor allem auf eine Zunahme bei den Männern zurückzuführen. Bei den heterosexuellen Schweizerinnen und Schweizern sind inzwischen fast drei Viertel der Infizierten Männer.

Bis Ende September wurden im laufenden Jahr 566 neue HIV-Diagnosen gemeldet, wie dem Bulletin des Bundesamts für Gesundheit (BAG) vom Montag zu entnehmen ist. Im Vorjahr waren es zu diesem Zeitpunkt noch 527 Fälle. Verantwortlich dafür ist die Zunahme bei den Männern, bei denen mit 404 Diagnosen 38 Fälle mehr auftraten. Bei den Frauen blieb die Zahl stabil. Vor allem die Schweizer Männer stecken sich häufiger an - sowohl die homosexuellen als auch die heterosexuellen. Bei den homosexuellen Schweizer Männern nahm die Zahl, die sich seit 2003 praktisch verdoppelt hat, in den ersten neun Monaten um sieben Fälle auf 154 zu. Bei den Männern europäischer Herkunft hingegen wurde ein deutlicher Rückgang verzeichnet.

Beim heterosexuellen Übertragungsweg fällt laut dem BAG auf, dass die Infektionen bei Migrantinnen und Migranten aus Subsahara-Afrika weiter abnehmen und bei Schweizer Frauen auf dem tiefen Niveau des Vorjahres stabil blieben. Der Rückgang wird aber durch die Zunahme bei Schweizer Männern kompensiert. Überhaupt hat sich das Geschlechterverhältnis bei der heterosexuellen Übertragung in der Gruppe der Schweizerinnen und Schweizer in den vergangenen Jahren stark verschoben, wie das BAG schreibt. 2002 waren es noch 48 Prozent Männer und 52 Prozent Frauen, 2008 sind es 73 Prozent Männer und 27 Prozent Frauen. Das BAG will die Ursachen dieser Entwicklung abklären.

Für das ganze laufende Jahr erwartet das BAG weiterhin gegen 800 neue HIV-Diagnosen. Das wäre der höchste Wert der vergangenen Jahre. Seit 2002 bewegte sich die Zahl zwischen 722 und 793 Fällen, im vergangenen Jahr waren es 768 Diagnosen. Todesfälle wurden dieses Jahr bisher 43 gemeldet, davon 23 mit Aidsmeldung. Die Zahl der Aids-Toten stieg damit auf insgesamt 5.764. (dapd)

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