Antonio Dos Santos: «Vor den Spielen wurde bis 2 Uhr gepokert»
Aktualisiert

Antonio Dos Santos«Vor den Spielen wurde bis 2 Uhr gepokert»

«Im FC Sion gibt es keine Disziplin – weder in der Kabine noch auf dem Feld»: Antonio Dos Santos schlägt zurück. Die Enthüllung in der neusten «SportWoche».

von
sco

Antonio Dos Santos wurde von Sion-Patriarch Christian Constantin fristlos gefeuert. Warum eigentlich? «Das würde ich auch gerne wissen», antwortet der Brasilianer. Laut Constantin, weil er das Casino in Montreux besucht hat. «Das ist ein Ort, wo viele Sion-Spieler hingehen», berichtet der Mittelfeldspieler, der von GC bis Saisonende an den FC Sion ausgeliehen worden war. Ein Entlassungsgrund sei das auf jeden Fall nicht – zumal das Zocken bis tief in die Nacht im Walliser Klub Tradi­tion habe.

Dos Santos: «Vor jedem Match waren wir in der alten Bisquit-Fabrik in Riddes kaserniert, und jedes Mal wurde in der Nacht vor dem Match bis 2 Uhr oder länger um Geld gepokert. Der Trainer hat das oft gesehen und hat nichts dazu gesagt.»

Dos Santos bezeichnet den FC Sion als Klub ohne Disziplin: «Spieler kamen zu spät ins Training, oder stritten sich. Ich war mir von GC her anderes gewohnt.»

Der feine Techniker fühlt sich in seiner Ehre verletzt: «Man darf nicht vergessen: Der Klub verbreitete, ich sei noch viel schlimmer als Serey Die, den man als Wettbetrüger hingestellt hat.» Und ein Wettbetrüger ist der Brasilianer nicht, das hat mittlerweile auch Constantin zugeben müssen. Dessen Sportchef und Wachhund kriegt ebenfalls sein Fett ab. «Wenn das stimmt, was man sich von Fredy Chassots Nächten in Zürich erzählt, dann ist das, was wir in Sion machen, Kinderkram dagegen», sagt Dos Santos in der «SportWoche». Der Spieler hofft, «dass es der Führung des FC Sion nicht gelungen ist, meinen Namen ganz zu zerstören». (sco/20 Minuten)

Deine Meinung