Vogeldrohne: Vor diesem Fake-Falken fürchten sich die Vögel
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VogeldrohneVor diesem Fake-Falken fürchten sich die Vögel

Der Robird sieht nicht nur täuschend echt aus, er fliegt und bewegt sich auch wie ein Falke. Im Herbst soll er deshalb die Zürcher Weinberge schützen.

von
M. Djurdjevic

Diesen Herbst soll der täuschend echte Vogel die Zürcher Trauben schützen.

Ein täuschend echter Drohnen-Falke drehte am Dienstag hoch über einem Weinberg an der Zürcher Goldküste seine Runden, wo man den falschen Vogel für einen Moment nicht von den anderen Vögeln unterscheiden konnte. Nur die Tatsache, dass er nach zehn Minuten zum Akkuwechseln landen musste, verriet den Robotervogel.

«An Flughäfen wird diese Technologie bereits eingesetzt, um die Vögel zu vertreiben», sagt Marcel Maurer, der den Robird vermietet. «Wir möchten einen Versuch starten und den Robotervogel in Rebbergen einsetzen, wo unter anderem Stare und Amseln jedes Jahr grosse Schäden anrichten.»

Robird hilft in der Landwirtschaft

Diesen Herbst soll der täuschend echte Vogel die Zürcher Trauben schützen. «Vögel reagieren auf visuelle Reize», sagt Maurer. «Und da jeder Vogel weiss, dass der Falke ein Jäger ist, flüchten sie, sobald sie ihn entdecken.» Nach einer gewissen Zeit kehren sie zwar zurück – «ist der Falke immer noch da, verlassen sie das Gebiet und suchen sich einen neuen Lebensraum».

Genau dieses vogeltypische Lernverhalten mache man sich zunutze, um die Vogelpopulation in bestimmten Gebieten längerfristig zu reduzieren. Um den Vogel zu steuern, braucht es zwei Personen: einen Piloten, der ihn steuert, und einen Beobachter, der ihn startet und das Gebiet überwacht.

«Der Robird ist unverkäuflich»

Muss man nun Angst davor haben, dass die Drohne für Spionage-Zwecke verwendet wird? «Nein, da muss man sich keine Sorgen machen», sagt Maurer. Der Vogel habe keine Kamera und fliege innerhalb eines vorgegebenen Bereichs. Zudem sei der falsche Vogel unverkäuflich – man könne ihn bei Bedarf mieten. «So kommt er nicht in fremde Hände, wo man ihn zu missbräuchlichen Zwecken umbauen könnte.»

Ob der Robird die reifen Trauben vor Raubvögeln tatsächlich schützt, kann Michael Schaad, Sprecher der Vogelwarte Sempach, nicht sagen: «Es stimmt, dass Vögel Gebiete meiden, wenn sie dort mit einer Gefahr rechnen müssen.»

«Wichtig ist, dass keine Tiere zu Schaden kommen»

Ob die Vögel den Robird als Falken wahrnehmen und deshalb fliehen, bleibt offen: «Vielleicht fliegen sie auch nur weg, weil sie sich durch ein Flugobjekt gestört fühlen.» Die Methode sei an und für sich unproblematisch: «Wichtig ist, dass keine Tiere zu Schaden kommen, dann stellt der Robird für uns kein Problem dar.»

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