Geheimer Index – Vor diesen Personen und Organisationen hat Facebook Angst
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Geheimer IndexVor diesen Personen und Organisationen hat Facebook Angst

Auf einer geheimen Liste stehen die Namen und Organisationen, mit denen man sich auf Facebook nicht assoziieren darf. Nun ist diese Liste publik geworden.

von
Dominique Zeier
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Facebook ist normalerweise ein Ort des Austauschs.

Facebook ist normalerweise ein Ort des Austauschs.

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Gewisse Regeln, worüber gepostet werden darf, gibt es aber trotzdem.

Gewisse Regeln, worüber gepostet werden darf, gibt es aber trotzdem.

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So nutzen Moderatorinnen und Moderatoren eine geheime Liste, auf der die Namen der Personen und Organisationen stehen, mit denen man sich auf Facebook nicht assoziieren darf.

So nutzen Moderatorinnen und Moderatoren eine geheime Liste, auf der die Namen der Personen und Organisationen stehen, mit denen man sich auf Facebook nicht assoziieren darf.

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Darum gehts

  • Über gewisse Personen oder Organisationen zu sprechen, ist auf Facebook nicht erlaubt.

  • Diese sind auf einem Index zusammengefasst.

  • Eigentlich wird dieser Index streng geheim gehalten.

  • Nun hat ein News-Portal diese Liste aber öffentlich gemacht.

Auf Facebook wird hauptsächlich der Austausch zwischen verschiedenen Menschen und Personengruppen gefördert. Es gibt aber auch Themen auf der Plattform, die absolut tabu sind und über die nicht gesprochen werden darf. Dazu gehören auch Einzelpersonen oder ganze Organisationen, die auf der Plattform nicht erwähnt werden dürfen oder zumindest nicht in ein positives Licht gerückt werden sollten.

Schon länger ist bekannt, dass es im Unternehmen selbst eine sogenannte «geheime Liste» führt, auf der alle Namen von Organisationen und Personen festgehalten werden, die als radikal oder kriminell eingeschätzt werden. Bisher war diese Liste aber stets geheim und Facebook veröffentlichte diese auch nicht, als das interne Oversight Board selbst dazu aufrief. Die Liste sei ausschliesslich dazu da, den Moderatoren und Moderatorinnen von Facebook zu helfen, so das Unternehmen.

Terror, Gewalt, Kriminalität und Hass

Nun hat News-Website Theintercept.com, die sich auf Analysen von Leaks spezialisiert hat, die Liste dennoch veröffentlicht. Darauf finden sich insgesamt mehr als 4000 Personen und Organisationen, die jeweils in die Untergruppen Terror, Gewalt, Kriminalität und Hass unterteilt sind. Ist man als Einzelperson oder als Mitglied einer dieser Gruppen erkannt worden, darf man kein Facebook-Profil anlegen und wird von allen Facebook-Diensten gesperrt.

Aber auch für andere Nutzerinnen und Nutzer, die nicht Teil einer solchen Gruppierung sind, stellen sie eine Gefahr dar. Denn bereits das Erwähnen einer Person oder einer Gruppe, die sich auf dem Index befindet, kann zu einer Account-Sperrung führen. Spricht man beispielsweise über Einträge der höchsten Sicherheitsstufe der Liste in einem positiven Licht, riskiert man eine permanente Sperrung.

Vorurteile herrschen vor

Die Veröffentlichung der Liste hat aber auch für schwere Kritik an Facebook gesorgt. So soll die Liste klare Vorurteile aufweisen. Ein Grossteil der Namen, die darauf zu finden sind, sind arabischer Herkunft und unter der Rubrik «Terror» befinden sich hauptsächlich islamistische Gruppierungen und verhältnismässig wenig andere.

Ähnlich sieht es laut Theintercept.com bei den kriminellen Gruppierungen aus. Diese sollen vornehmlich aus lateinamerikanischen oder afroamerikanischen Gruppen bestehen. Betrachtet man bestimmte Länder, kann man ausserdem feststellen, dass in Deutschland beispielsweise vor allem rechtsextreme Personen und Organisationen auf dem Index stehen. Namen, die erwähnt werden, sind beispielsweise Adolf Hitler oder NSDAP-Politiker Rudolf Hess. Ausserdem werden Organisationen wie die Hitlerjugend oder Politiker der Partei «Die Rechte» genannt.

Problematisch kann dies beispielsweise in Ländern wie Afghanistan sein. Die Taliban, die kürzlich wieder an die Macht gekommen sind, stehen nämlich auch auf der Liste. Dies bedeutet allerdings, dass Personen, die über die lokalen Machthaber diskutieren möchten, mit einer Facebook-Sperre rechnen müssen. So wurde beispielsweise die Journalistin Rania Khalek von Instagram gesperrt, weil sie ein Wahlkampf-Plakat aus dem Irak gepostet hatte.

Digital-Push

Wenn du den Digital-Push abonnierst, bist du über News und Gerüchte aus der Welt von Whatsapp, Snapchat, Instagram, Samsung, Apple und Co. informiert. Auch erhältst du Warnungen vor Viren, Trojanern, Phishing-Attacken und Ransomware als Erster. Weiter gibt es Tricks, um mehr aus deinen digitalen Geräten herauszuholen.

So gehts: Installiere die neuste Version der 20-Minuten-App. Tippe unten rechts auf «Cockpit», dann «Einstellungen» und schliesslich auf «Push-Mitteilungen». Beim Punkt «Themen» tippst du «Digital» an – et voilà!

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