Gasexplosion in Pratteln: «Vor Ort gab es schlimme Szenen»
Aktualisiert

Gasexplosion in Pratteln«Vor Ort gab es schlimme Szenen»

Im Längi-Quartier in Pratteln BL kam es in einem vierstöckigen Wohnhaus zu einer Explosion. Ein Teil des Gebäudes ist eingestürzt. Sieben Personen wurden verletzt, vier davon schwer. Das Quartier steht unter Schock.

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feb/sas/uwb/kub

In der Gemeinde Pratteln BL hat sich am Samstag in einem vierstöckigen Haus eine Explosion ereignet. Leser-Reporter berichten, dass es am Nachmittag um 14.30 Uhr im Längi-Quartier zu einer heftigen Explosion gekommen ist. «Die Druckwelle war enorm», schildert eine der Augenzeugen. Bei mehreren umliegenden Häusern gingen die Scheiben in Brüche.

Bei der Explosion stürzte das Mehrfamilien-Wohnhaus an der Augsterheglistrasse teilweise ein. Die Lage war unübersichtlich. Ein Polizeisprecher bestätigte, dass es sich mit an Sicherheit grenzenden Wahrscheinlichkeit um eine Gasexplosion handle. Die Liegenschaft ist am Gasnetz angeschlossen.

Keine Vermissten mehr

Aktuell ist nicht bekannt, wie viele Personen sich zum Zeitpunkt des Unfalls im Haus aufhielten. Die Bilanz am Samstagabend: Sieben schwer und leicht verletzte Personen konnten bereits geborgen werden und wurden – unter anderem mit der REGA – in Behandlung gebracht, wie Nico Buschauer von der Kantonspolizei Baselland sagte. Die beiden bisher vermissten Personen wurden vor kurzem ausfindig gemacht. Die Rettungs- und Bergungsarbeiten sind abgeschlossen.

Die Bergung sei sehr kompliziert gewesen. «Vor Ort gab es schlimme Szenen», erklärte Beat Krattiger, Schadenplatzkommandant. Die Verletzten lagen unter Trümmern begraben. Die Polizei sperrte Teile des Quartiers ab. Feuerwehren, Ambulanzen und zwei Helikopter der REGA eilten herbei. Im Einsatz standen auch der Kantonale Krisenstab und der Zivilschutz. Insgesamt waren rund 200 Einsatzkräfte beteiligt. Die Retter trugen unter Beizug eines Pneukrans Teile der eingestürzten Stockwerke ab, um zu den Verschütteten zu gelangen.

Gemäss dem 20-Minuten-Online-Reporter vor Ort war extrem viel Polizei, Feuerwehr und Sanität vor dem Haus, in dem 34 Menschen wohnen. Auch die Rega war mit zwei Helikoptern in Pratteln. Die Rettungskräfte haben zwei Kranen im Einsatz. In der am schwersten zerstörten Wohnung wohne laut einem Anwohner eine Mutter mit Sohn und Tochter. Der Anwohner sei durch einen Knall aufgestreckt worden, danach herrschte auf den Strassen des Quartiers, in dem vor allem Menschen mit Migrationshintergrund leben, Panik. Zahlreiche Scheiben in angrenzenden Wohnungen wurden durch die Druckwelle herausgedrückt.

Haus nicht einsturzgefährdet

Die Anwohner des betroffenen Hauses wurden allesamt evakuiert. Sie wurden in einer nahegelegenen Turnhalle einquartiert. Dort werden sie von einem Care-Team betreut.

Das Gebäude, in dem sich der Unfall ereignete, ist nicht einsturzgefährdet, wie ein Fachexperte für Statik feststellte. Problematisch gestalteten sich für die Rettungskräfte hingegen die losen Trümmerteile in den betroffenen Wohnungen. Diese erschwerten die Rettungsarbeiten.

Die Ermittlungen zum Unfallhergang und die Aufräumarbeiten werden voraussichtlich weitere 2-3 Tage in Anspruch nehmen.

Das sagte Beat Krattiger, Schadenplatzkommandant vor Ort (Alle Videos Sandro Spaeth, 20 Minuten Online):

(feb/sas/uwb/kub/sda)

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