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Jamal-Khashoggi-Prozess«Vor seiner Ermordung sagte er, dass er vielleicht zu schlecht über die Saudis denke»

Nach rund einer Stunde vertagte das Gericht in Istanbul den Prozess um den im saudi-arabischen Konsulat von Istanbul ermordeten Jamal Khashoggi. In dieser Zeit sagte ein naher Freund Kashoggis aus.

Ein Überblick von 2018 zu dem unheimlichen Fall.

Darum gehts

  • Der Prozess im Mordfall Jamal Kashoggis geht nur schleppend voran.

  • Der Journalist war im saudi-arabischen-Konsulat in Istanbul getötet worden.

  • Jetzt sagte ein enger Freund Khashoggis aus.

  • Demnach hat der saudische Vize-Geheimdienstchef Khashoggi bedroht.

  • Khashoggi habe sich zu früh in falsche Sicherheit gewiegt.

  • Angeklagt sind insgesamt 26 saudische Staatsbürger. Der Prozess hat eine hohe politische Bedeutung.

Im Prozess um den 2018 bestialisch ermordeten saudi-arabischen Journalisten Jamal Khashoggi in der Türkei hat das Gericht die Verhandlung nach bereits rund einer Stunde vertagt.

Es vernahm am Dienstag einen engen Freund Khashoggis, wie Christian Mihr, Prozessbeobachter von der Organisation Reporter ohne Grenzen der Deutschen Presse-Agentur sagte. Der nächste Prozesstag in Istanbul solle am 4. März stattfinden.

Sorgen legten sich kurz vor seiner Ermordung

Der Befragte sagte vor Gericht Mihr und anderen Beobachtern zufolge aus, dass Khashoggi sich lange vor seinem Tod etwa vom saudischen Vize-Geheimdienstchef bedroht gefühlt habe. Dieser habe Khashoggi am Telefon gesagt, dass er seine Kinder kenne und wisse, wo sie lebten.

Von Drohungen hatte Kashoggi selbst schon vor seiner Ermordung berichtet. Nach seinem ersten Besuch im saudischen Konsulat wenige Tage vor seiner Ermordung hätten sich die Sorgen gelegt. Khashoggi habe gesagt, dass er vielleicht zu schlecht über die Saudis denke.

Khashoggi war am 2. Oktober 2018 im saudischen Konsulat in Istanbul von einem Spezialkommando aus Riad getötet worden. Die türkische Justiz rollt den Fall auf. Der Prozess begann Anfang Juli gegen 20 Angeklagte.

Keiner der Angeklagten erschien und nur ein Zeuge

Angeklagt sind insgesamt 26 saudische Staatsbürger. Die Vorwürfe reichten von direkter Mitwirkung bis zu Anstiftung. Das Gericht hatte zuvor zwei Anklageschriften zusammengeführt. Von den Angeklagten habe keiner an dem Prozess teilgenommen, so Prozessbeobachter Mihr. Von vorgeladenen zwei Zeugen sei nur einer erschienen und der Verhandlungstag nach einer knappen Stunde für beendet erklärt worden.

Die Führung des islamisch-konservativen Königreichs war nach dem Mord scharfer Kritik ausgesetzt. Die saudische Regierung räumte den Mord erst auf internationalen Druck hin ein. Die Spuren führten damals bis in das engste Umfeld des saudischen Kronprinzen Mohammed bin Salman. Bin Salman bestritt, die Tötung selbst angeordnet zu haben.

Prozess mit hoher politischer Bedeutung

Das Verfahren in der Türkei hat eine starke politische Bedeutung, da die Türkei und Saudi-Arabien Rivalen sind und in der Region um Einfluss buhlen. Vergangene Woche erst hatten sich der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan und bin Salman jedoch darauf verständigt, die Beziehungen zwischen den beiden Ländern zu verbessern.

Ein saudisches Gericht hatte Anfang September fünf Angeklagte zu 20 Jahren Haft verurteilt und damit offensichtlich eine Ende vergangenen Jahres verhängte Todesstrafe gegen die fünf Männer aufgehoben. Zuvor hatte Khashoggis Familie erklärt, dass sie den Tätern vergebe.

(SDA/gux)

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8 Kommentare
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Micky Maus

24.11.2020, 21:43

Hoffe das Öl geht aus.

Upsschonweg

24.11.2020, 19:45

Wo sind die 26 böseBuben?

Mitfühlende

24.11.2020, 19:43

Mir tut einfach seine Familie unendlich leid.