Viel Lob: Vorbildliche Gurten-Gäste hinterliessen kaum Abfall
Aktualisiert

Viel LobVorbildliche Gurten-Gäste hinterliessen kaum Abfall

Organisatoren und Anwohner sind zufrieden: Das Festivalgelände sieht aus wie frisch gefegt – zum Leidwesen der «Plünderer»: Für sie gab es fast nichts zu holen.

von
Andrea Muff
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Der leere Campingplatz hat für «Plünderer» nicht all zu viel zu bieten.

Der leere Campingplatz hat für «Plünderer» nicht all zu viel zu bieten.

20 Minuten/mua
Aaron wurde trotzdem fündig: Er schnappte sich Schuhe, Mätteli, Schirm und ein Zelt.

Aaron wurde trotzdem fündig: Er schnappte sich Schuhe, Mätteli, Schirm und ein Zelt.

20 Minuten/mua
Michael kann das nächste Mal mit einer Kühlbox fischen gehen.

Michael kann das nächste Mal mit einer Kühlbox fischen gehen.

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Kaum ist der letzte Akkord verklungen, geht es auch beim schönsten Festival ans Aufräumen. Liegen gelassen haben die Besucher wenig – ihre Habseligkeiten nahmen die meisten wieder mit nach Hause. Ein Schlachtfeld wie in Frauenfeld ist also ausgeblieben, das Abfallkonzept auf dem Güsche hat funktioniert.

Die Idee dahinter klingt simpel: Der herumliegende Abfall werde ständig entfernt. «In einem sauberen Wohnzimmer macht man automatisch weniger Dreck», erklärt Mediensprecher Simon Haldemann. Die Grundidee bestehe darin, dass sich der Besucher zweimal überlege, seine gebrauchte Serviette auf den Boden zu werfen, wenn fast kein Müll herumliege. «Watet man aber durch den Abfall, ist die Hemmschwelle niedriger», so Haldemann.

«Brings»-Abfalltrennbehälter sind überall

Schon unten bei der Gurtenbahn wurden die Besucher sensibilisiert, möglichst wenig Müll zu hinterlassen. Riesige gelbe «brings»-Abfalltrennbehälter säumten die Strasse den Berg hinauf bis zur Sleeping-Zone. «Wir wollen diesen Weg nun weiter gehen und möglichst viel recyceln», so Carlos Bommes, Chef Infrastruktur.

Schon am Eingang zur Sleeping-Zone bekamen die Camper einen Abfallsack – ohne Depot wie an anderen Festivals. Es lohnte sich aber, ihn gefüllt wieder abzugeben, denn dann bekamen die fleissigen Aufräumer ein Geschenk: «Wir honorieren die gefüllten Säcke zum Beispiel mit einem T-Shirt oder einem Gurten-Humpen», sagt Mediensprecher Simon Haldemann.

Kompliment ans Publikum

Neben dem Verhalten der Besucher spielte auch das Wetter eine Rolle: Unverschlammte Zelte finden meist wieder den Weg zurück in den Keller. Trotzdem: «Ein grosses Kompliment an das Publikum, das sich sehr viel Mühe gegeben hat», lobt Haldemann die Besucher.

Nichtsdestotrotz versuchten ein paar Zelt-Jäger am Montagmorgen ihr Glück. Aaron zum Beispiel möchte noch brauchbare Camping-Utensilien mit nach Hause nehmen: «Es hat überhaupt nicht viele Überbleibsel – doch ich fand ein komplettes Zelt und Schuhe.» Ein weiterer «Jäger» hat gar drei Zelte bergen können. Auch Michael war schon früh auf den Beinen und kann jetzt ein Zelt und eine Kühlbox sein eigen nennen: «Die Box kann ich beim Fischen gut gebrauchen.»

Anwohner loben die Festivalbesucher

Auch die Anwohner der Gurtenbahn sind zufrieden: «Als Anwohner möchte ich es nicht unterlassen, den Organisatoren ein Riesenkompliment auszusprechen. Es gab kaum Littering in der Umgebung von der Seftigenstrasse/Dorfstrasse und rund um die Gurtenbahnstation!», schreibt 20 Minuten-Leser Toi Toi. Und Leser Bene: «Ergänzend möchte ich (als älterer Anwohner) auch den hauptsächlich jungen Festivalbesuchern ein grosses Kompliment machen. Diese waren im Entsorgen sehr diszipliniert, der Lärm hielt sich in Grenzen und Sprayereien sind keine angebracht worden! Ein herzliches Willkommen im 2016!»

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