Junioren müssen warten: «Vorgaben verunmöglichen geregeltes Fussballtraining»

Aktualisiert

Junioren müssen warten«Vorgaben verunmöglichen geregeltes Fussballtraining»

Ab Montag dürfen Fussballklubs wieder Trainings anbieten, auch für Junioren. Doch viele Klubs verzichten darauf: Weil es zu mühsam und zu kompliziert sei.

von
Martin Messmer
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Ab Montag wären Fussballtrainings auch für Junioren in den Vereinen wieder erlaubt.

Ab Montag wären Fussballtrainings auch für Junioren in den Vereinen wieder erlaubt.

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Doch viele Klubs sehen sich nicht in der Lage, das Schutzkonzept des Schweizerischen Fussballverbandes einhalten zu können.

Doch viele Klubs sehen sich nicht in der Lage, das Schutzkonzept des Schweizerischen Fussballverbandes einhalten zu können.

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Sie sehen deshalb davon ab, den Trainingsbetrieb wieder aufzunehmen.

Sie sehen deshalb davon ab, den Trainingsbetrieb wieder aufzunehmen.

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Darum geht es

  • In Kleingruppen darf ab nächstem Montag wieder in Sportvereinen trainiert werden.
  • Viele Fussballvereine sehen sich aber nicht in der Lage, das Schutzkonzept umzusetzen.
  • Deshalb nehmen sie den Trainingsbetrieb am Montag gar nicht erst auf.

280’000 lizenzierte Fussballspieler in 1400 Fussballklubs dürfen ab Montag offiziell wieder trainieren. Doch ein Grossteil davon wird das trotzdem nicht tun können, weil viele kleine Fussballvereine darauf verzichten, Trainings durchzuführen. Dies geht aus einer Auflistung des Portals regiofussball.ch hervor. Von den 14 gelisteten Vereinen haben alle entschieden, vorerst nicht zu trainieren.

Wie dieser Liste zu entnehmen ist, ist meist die neue Weisung, wie die in Trainings einzuhalten sind (siehe Box) der Grund dafür. «Die Vorgaben – Kleingruppen ohne Körperkontakt – verunmöglichten ein geregeltes Fussballtraining», heisst es etwa beim FC Meggen. Auch beim FC Willisau ruht der Ball. Dort aus folgendem Grund: «Es wäre ein Ding der Unmöglichkeit, den Trainingsbetrieb für alle Teams und Spieler sicherzustellen.» Denn man müsste eine Selektion vornehmen, welche Teams und welche Spieler überhaupt trainieren dürften, «was zwangsläufig zu einer Ungleichbehandlung führen würde».

FC Luzern und SC Kriens ohne Nachwuchstrainings

Sogar die grossen Klubs führen keine Trainings durch: Der FCL macht im Nachwuchs vorläufig bis Ende Mai keine Trainings. «Für uns stimmen aktuell der Aufwand, der Ertrag und die Verantwortung mit den vorgegebenen Auflagen nicht überein», teilte der FCL seinen Junioren und deren Eltern mit. Ein Trainingsbetrieb «in Kleingruppen und ohne Körperkontakt» sei kaum möglich. Und beim SC Kriens sagt Sportchef Bruno Galliker: «Unter diesen Bedingungen macht es keinen Sinn.»

Der Schweizerischen Fussballverband selber schreibt über die neuen Vorgaben: «Die zwingenden strengen Vorgaben des Bundes (insbesondere maximale Gruppengrösse von fünf Personen; Pflicht zur Einhaltung eines Mindestabstands von zwei Metern) werden es nicht allen Vereinen erlauben, allen Teams und allen Spieler/innen Trainings anbieten zu können. Es wird jedem Klub überlassen, sich entsprechend den Vorgaben zu organisieren und das für ihn mögliche Trainingsangebot anzubieten.»

Das sind die neuen Regel für Fussballtraining des SFV

Sieben Seiten lang ist das Schutzkonzept des Schweizerisches Fussballverbands. Akribisch wird dort beschrieben, welche Regeln eingehalten sein müssen, damit Trainings durchgeführt werden dürfen ab 11. Mai. Hier einige dieser Regeln, das ganze Schutzkonzept finden Sie hier.

• Trainings nur in Kleingruppen und ohne jeglichen Körperkontakt. Maximale Gruppengrösse: fünf Personen.
• Social Distancing muss eingehalten werden.
• Umziehen vor Ort ist verboten, man muss in Trainingskleidern erscheinen. Duschen vor Ort: verboten.
• Nach jeder Benutzung Reinigung/Desinfektion des benutzten Trainingsmaterials (mobile Tore, Hütchen, etc.)
• Die Bälle dürfen nicht in die Hand genommen werden und sollen nur mit dem Fuss gespielt werden. Kopfbälle sind untersagt.

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