Vererbter IQ: Vorlesen macht Kinder nicht schlauer
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Vererbter IQVorlesen macht Kinder nicht schlauer

Gute-Nacht-Geschichten liebt jedes Kind. Doch sie sind reiner Zeitvertrieb. Die Intelligenz ihres Nachwuchs fördern Eltern damit nicht.

von
fee
Auch wenn Vorlesen keinen Einfluss auf die Intelligenz des Nachwuchses hat, sollten Eltern nicht damit aufhören. Denn schön ist es allemal.

Auch wenn Vorlesen keinen Einfluss auf die Intelligenz des Nachwuchses hat, sollten Eltern nicht damit aufhören. Denn schön ist es allemal.

Welchen Einfluss haben Eltern auf die Intelligenz ihrer Kinder? Darüber diskutieren Forscher seit langem. Einige Studien ergaben, dass Kinder aus Haushalten, in denen regelmässig vorgelesen und gemeinsam gegessen wird, intelligenter sind als jene, die das nicht kennen. Andere Untersuchungen zeigten, dass nicht solche Rituale, sondern die Gene der Eltern eine Rolle spielen.

Ersteres sei nicht der Fall, schreiben Forscher um Kevin Beaver von der Florida State University im Fachjournal «Intelligence». Um den Faktor Vererbung ausschliessen zu können, hatte das Team nicht nur leibliche, sondern auch adoptierte Kinder in die Studie mit aufgenommen. Dadurch konnten sie die Sozialisation durch die Eltern und den genetischen Einfluss jeweils getrennt betrachten.

Erkenntnis und Erklärung

Dafür werteten Beaver und seine Kollegen die Daten einer grossen amerikanischen Langzeitstudie aus. Darin wurden unter anderem verschiedene elterliche Verhaltensweisen untersucht, etwa das Vorlesen, und ob sie einen Einfluss auf die verbale Intelligenz der Kinder hatten. Diese wurde mit einer Art Wortschatztest gemessen – einmal im Alter zwischen 11 und 17 Jahren, dann noch einmal zwischen 18 und 26 Jahren.

Demnach besteht kein Zusammenhang zwischen dem Verhalten der Eltern und der Intelligenz der Kinder. Damit ist Intelligenz nicht das Resultat der Sozialisation im Elternhaus, so Beaver in einer Mitteilung der Hochschule. Davon abweichende Ergebnisse erklärt er so: «Frühere Studien, die einen Einfluss des elterlichen Verhaltens nachgewiesen hatten, berücksichtigten vermutlich nicht die Vererbbarkeit von Intelligenz.»

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