Uni Luzern: Vorlesungen aufzeichnen verboten
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Uni LuzernVorlesungen aufzeichnen verboten

Viele Studenten der Uni Luzern nehmen die Ausführungen ihrer Professoren mit Handys auf. Das kann neuerdings zum Ausschluss führen.

von
zfo
Studenten im Hörsaal der Uni Luzern.

Studenten im Hörsaal der Uni Luzern.

Der Dekan der Rechtswissenschaftlichen Fakultät, Felix Bommer, greift durch: Er hat allen Studenten in einem E-Mail mitgeteilt, dass Aufnahmen von Vorlesungen ab sofort verboten sind. Wer dies trotzdem tut, muss mit Sanktionen rechnen: vom Verweis bis zum Ausschluss. Bommer sagte gegenüber Radio 3Fach: «Im Zivilgesetzbuch, in der Bundesverfassung und im Strafgesetzbuch gibt es entsprechende Bestimmungen, die besagen, dass, wenn die Einwilligung des betroffenen Dozenten nicht vorliegt, solche Aufnahmen unzulässig sind.»

Die Fakultät wolle auch selber keine Podcasts anbieten: «Wir befürchten, dass dies zu langweiligen und trockenen Vorlesungen führen würde», so Bommer.

«Aufnahmen durch Studenten könnten Image schaden»

Auch der Rektor der Uni Luzern, Paul Richli, ist kein Fan von Podcasts, wie er gegenüber 20 Minuten sagte: «Generell ist Podcasting nicht förderlich. Studierende haben dann das Gefühl, dass sie gar nicht mehr in die Vorlesungen müssen.» Die meisten Professoren würden zudem Unterlagen zur Verfügung stellen.

Aufnahmen durch Studenten könnten ausserdem dem Image der Uni schaden: «Wenn die Professoren nicht wissen, dass sie aufgenommen werden, dann könnte es sein, dass sie kritische Aussagen machen, die nicht für die Öffentlichkeit bestimmt sind», so Richli. Zur Kontrolle des Verbots sagte er: «Wenn Podcasts von einem Studierenden auf dem Netz erscheinen, kann man meist nachverfolgen, wer diese hochgeladen hat.»

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