Rechtliche Führsorge: Vormundschaften nehmen dramatisch zu
Aktualisiert

Rechtliche FührsorgeVormundschaften nehmen dramatisch zu

Die Basler Vormundschaftsbehörde muss sich um immer mehr Personen kümmern. In den letzten zehn Jahren ist die Anzahl der Klienten um etwa einen Fünftel gestiegen.

von
Jonas Hoskyn
In Basel kriegen immer mehr Menschen zwischen 31 - 64 Jahren einen Vormund.

In Basel kriegen immer mehr Menschen zwischen 31 - 64 Jahren einen Vormund.

«Wir haben rund 50% mehr Anträge als noch vor zehn Jahren», so Peter Moser von der Basler Vormundschaftsbehörde. Rund ein Drittel münden in eine sogenannte vormundschaftliche Massnahme – meist eine Beistandschaft. Insgesamt begleitet die Basler Vormundschaftsbehörde rund 2900 Klienten. Hiervon werden 2250 Massnahmen von der Amtsvormundschaft geführt. Das sind 17% mehr als noch vor zehn Jahren. Die restlichen Mandate werden von Privaten geführt.

Höhere Sensibilisierung

Etwa die Hälfte der betreuten Personen sind IV-Rentner, je ein Viertel machen Minderjährige oder Rentner aus. «Gerade Menschen mit einer IV-Rente sind mit der ganzen Administration oft überfordert», vermutet Moser. «Das geht dann von der einfachen Hilfeleistung bis dahin, dass wir die Rente verwalten und ihnen das Geld, das nach Miete und Krankenkasse übrig bleibt, direkt geben.»

Bei Minderjährigen sieht Christoph Häfeli von der Konferenz der Kantone für Kindes- und Erwachsenenschutz mehrere Gründe für die Zunahme: «Zum einen gibt es in der Bevölkerung eine höhere Sensibilisierung.» Aber auch die zunehmenden Scheidungen und damit verbundenen Besuchsrechtskonflikte resultieren immer öfter in einem gerichtlich angeordneten Beistand. Bei über 65-Jährigen schliesslich führe die immer höhere Lebenserwartung zu einer Zunahme der Fälle.

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