Vorschlag vom Kanton: Keine Südanflüge mehr
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Vorschlag vom Kanton: Keine Südanflüge mehr

Mehr Landungen von Osten auf die verlängerte Piste 28, Nord-Süd ausgerichtete Parallelpisten und Verzicht auf Südanflüge: Mit diesen Vorschlägen sucht der Kanton Zürich den Ausweg aus der Sackgasse im Fluglärmstreit.

Im Auftrag der Zürcher Regierung erarbeiteten Experten aus der Schweiz, Deutschland und Holland von November 2002 bis März 2004 im Rahmen des Projekts «Relief» neue Grundlagen für die Raumplanung in der Flughafenregion. Die Ergebnisse wurden am Freitag den Medien vorgestellt.

Sie widerspiegelten die Meinung der Experten und nicht die Haltung des Regierungsrats, betonte die Zürcher Baudirektorin Dorothée Fierz. Zwar sei eine Richtung vorgegeben, gestand Fierz ein, aber der Spielraum sei gross.

Die Ergebnisse, die noch nicht auf ihre Machbarkeit oder Tauglichkeit geprüft wurden, dienen als Lösungsansätze für eine Diskussion mit allen Betroffenen. Die Gespräche sollen gemäss Fierz bereits nächste Woche beginnen. Im Zentrum stehen werden die Veränderungen am Pistensystem, über die das Zürcher Stimmvolk an der Urne das letzte Wort hat.

Für eine Lärmoptimierung im Zeitraum von fünf bis sieben Jahren sei die Verlängerung der Piste 28 um etwa 450 Meter nach Westen zweckmässig, wie der Vorsitzende des fachlichen Begleitgremiums, Bernd Scholl, sagte. Damit würden Südanflüge vermieden und die Landung aller Flugzeugtypen von Osten wäre möglich. Heute können schwere Flugzeuge bei schlechtem Wetter nicht auf Piste 28 landen.

Im mittelfristigen Zeitraum von fünf bis zehn Jahren schlagen die Experten eine 400-Meter-Verlängerung der Piste 34 nach Norden vor. Dies würde einen kreuzungsfreien Start nach Norden aller Flugzeugtypen bei nahezu allen Wetterlagen ermöglichen. Und die Südabflüge könnten reduziert werden, wie Scholl sagte.

Als sehr langfristige Option schliesslich werde ein Nord-Süd ausgerichtetes Parallelpistensystem bevorzugt. Damit könnten die Kapazitäten in Spitzenstunden erhöht werden, erklärte Scholl, der Leiter des Instituts für Städtebau und Landesplanung der Universität Karlsuhe und Gastdozent für Raumplanung an der ETH Zürich. (sda)

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