Vorsicht bei Ferien-Fahrschulen!
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Vorsicht bei Ferien-Fahrschulen!

Wer die Gesetze nicht kennt, muss einen im Ausland erworbenen Führerausweis nach der Rückkehr in die Schweiz vielleicht wegschmeissen.

Es soll ja Schweizer geben, die ihren Führerausweis im Ausland gemacht haben. Das ist an und für sich kein Prob­lem, wenn einige Bedingungen erfüllt sind. Die wichtigste ist die: Ein ausländischer Führerausweis kann nach der Rückkehr in die Schweiz nur dann in einen schweizerischen umgetauscht werden, wenn ein mindestens einjähriger Aufenthalt mit Wohnsitz im Ausstellerland des Ausweises nachgewiesen werden kann.

Wer im Besitz eines ausländischen Führerausweises ist, muss den bei Wohnsitz in der Schweiz nach einem Jahr in einen schweizerischen umtauschen. Genau genommen lautet der Gesetzespassus so: «Wer seit zwölf Monaten in der Schweiz wohnt und sich in dieser Zeit nicht länger als drei Monate ununterbrochen im Ausland aufgehalten hat, muss einen schweizerischen Führerschein erwerben.» Wer beruflich fährt, muss eine ausländische Fahrerlaubnis bei Wohnsitz in der Schweiz übrigens sofort in eine schweizerische umtauschen.

Dessen muss sich bewusst sein, wer eine sogenannte Ferienfahrschule im Ausland besucht. Oft wird da nicht die ganze Wahrheit erzählt oder es werden Umschreibeprozeduren beschrieben, die vielleicht für Deutschland gelten, aber nicht für die Schweiz. Dabei ist es ganz einfach: Wer seinen Führerausweis im Ausland gemacht hat und keinen einjährigen Aufenthalt im entsprechenden Land nachweisen kann, muss zurück in der Schweiz die ganzen Prüfungen noch einmal absolvieren.

Sonst ist der Umtausch problemlos, wenn der ausländische Führerausweis in einem EU- oder Efta-Land erworben wurde. Vor dem Umschreiben eine nochmalige Theorieprüfung für berufsmässige Fahrten in der Schweiz ablegen müssen Inhaber von Führerausweisen aus den folgenden Ländern: Andorra, Australien, Israel, Japan, Kanada, Südkorea, Kroatien, Marokko, Monaco, Neuseeland, San Marino, Singapur, Taiwan (gilt nur für die Kategorien A1 und B), Tunesien, USA.

Inhaber von Führerscheinen aus allen übrigen Ländern müssen in der Schweiz eine Kontrollfahrt und eine nochmalige Theorieprüfung für berufsmässige Fahrten bestehen, um ihren Führerschein in ein schweizerisches Permis umschreiben lassen zu können.

Die gesetzlichen Grund­lagen finden sich in der Verkehrszulassungsverordnung VZV in den Artikeln 42, 44 und 150. Eine gute Auflistung gibts auch auf der Homepage des Strassenverkehrsamtes des Kantons Zürich unter www.stva.zh.ch.

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