Aktualisiert 11.01.2010 15:25

Stibitzter Hirnschmalz

Vorsicht, der Ideenklau geht um!

Was haben FC-Bayerns Karl-Heinz Rummenigge, die Brit-Popper Coldplay oder der sonst unter Kreativstau leidende Arbeitskollege, der ganz plötzlich eine Super-Idee hat, gemeinsam? Sie alle nehmen es mit dem Urheberrecht vermutlich nicht ganz so genau.

von
rre

Die Gedanken sind bekanntlich frei - doch erraten mag sie kaum jemand. Da klappt es mit dem Lesen fremden Gedankengutes schon gleich viel besser - und nein, gemeint ist dabei nichts Übernatürliches: Es genügt ein Blick auf die richtige Internetseite. Das dachte sich wohl auch der Vorstandsvorsitzende des FC-Bayern, Karl-Heinz Rummenigge, als er vergeblich auf eine kreative Eingebung für ein Gedichtlein zu Ehren des abtretenden Club-Präsidenten Franz Beckenbauer wartete. Gut, dass es eine eloquente Dame namens Anette Pfeiffer-Klärle gibt, der Herr Rummenigge ein paar selbstgedichtete Zeilen von der Website - sagen wir - entleihen konnte. Bis auf geringfügige Modifikationen stimmt Pfeiffer-Klärles Text überraschend mit dem Rummenigge-Vortrag überein. Doch der ehemalige Profi und heutige Bayern-Funktionär vergass wohl - und hier liegt die Crux - die Urheberin des Textchens namentlich zu erwähnen (20 Minuten Online berichtete).

Kalt vom Plagiat-Vorwurf erwischt

Auch der erfolgreiche britische Musik-Exportschlager Coldplay ist vor Plagiat-Vorwürfen nicht gefeit: Ende 2008 beschuldigte der amerikanische Musiker Joe Satriani die

Britpopper, «substanzielle Teile» seiner instrumentalen Komposition «If I Could Fly» stibitzt zu haben. Satriani wollte zunächst klagen, verzichtete dann aber und einigte sich mit den Coldplay-Musikern aussergerichtlich.

Eigenmarketing mit üblem Nachgeschmack

In die Ferne schweifen muss man nicht - denn das Schlechte liegt uns näher, als uns lieb ist: Opfer eines Diebstahls von persönlichem Gedankengut kann man auch im Berufsleben werden. Besonders gewiefte und moralisch abgestumpfte Arbeitskollegen zögern nicht davor, eine brilliante Idee eines Mitarbeiters beim Chef als eigene Eingebung zu verkaufen.

Drei, zwei, eins - nicht mehr deins!

Ist Ihnen so etwas schon passiert oder haben Sie sich gar selbst an fremder Kreativität vergriffen, um sich beruflich oder privat einen Vorteil zu verschaffen? Wurde der Klau bemerkt? Wie reagierte das Umfeld? Wir sind gespannt auf Ihre Geschichte.

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