18.04.2020 08:04

Whatsapp-Betrug

Vorsicht vor falschem Migros-Corona-Gutschein

Auf Whatsapp kursieren derzeit gefälschte Migros-Inserate, in denen mit gratis Lebensmittel-Gutscheinen gelockt wird. Die Fachstelle Cybercrime der Kapo Zürich warnt.

von
rc
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Mit dieser gefälschten Migros-Website versuchen Betrüger derzeit an Geld zu kommen.

Mit dieser gefälschten Migros-Website versuchen Betrüger derzeit an Geld zu kommen.

Cybercrimepolice.ch
Nach der Eingabe der Kreditkartendaten verrechnen die Betrüger pro Monat 57,95 Euro, als angebliche Mitgliedschaft auf einem Spieleportal.

Nach der Eingabe der Kreditkartendaten verrechnen die Betrüger pro Monat 57,95 Euro, als angebliche Mitgliedschaft auf einem Spieleportal.

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«Da solche Webseiten meist gut getarnt sind, ist es als Laie oft schwierig diese als gefälschte Internetseiten zu identifizieren», sagt Stefan Oberlin, Mediensprecher der Kantonspolizei Zürich.

«Da solche Webseiten meist gut getarnt sind, ist es als Laie oft schwierig diese als gefälschte Internetseiten zu identifizieren», sagt Stefan Oberlin, Mediensprecher der Kantonspolizei Zürich.

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«Um die Nation während der Corona-Pandemie zu unterstützen, verlost die Migros kostenlose Lebensmittel», heisst es auf einer Webseite, deren Link derzeit auf Whatsapp verschickt wird. Auf den ersten Blick wirkt alles stimmig: Das Logo, die Farben und die Schriftart erwecken den Anschein, dass man sich gerade auf einer offiziellen Seite des Detailhändlers befindet. Hinter der Aktion verbirgt sich jedoch ein dreiste Betrugsmasche. Wer den vermeintlichen Gutschein erhalten will, muss die Webseite mit zehn Whatsapp-Freunden teilen. Am Schluss landet man in einer Abo-Falle.

Und die kann teuer werden: Nach der Eingabe der Kreditkartendaten verrechnen die Betrüger pro Monat 57,95 Euro, als angebliche Mitgliedschaft auf einem Spieleportal. «Da solche Webseiten meist gut getarnt sind, ist es als Laie oft schwierig, diese als gefälschte Internetseiten zu identifizieren», sagt Stefan Oberlin, Mediensprecher der Kantonspolizei Zürich. In den meisten Fällen finde man jedoch Hinweise, die auf einen Betrug hindeuten würden. «In diesem Fall wird der Gutschein beispielsweise in Euro angegeben, was für die Migros untypisch ist», so Oberlin. Ausserdem sei das Migros-Logo leicht abgeändert worden.

Migros kennt die Vorgehensweisen

«Wir nehmen diese Vorfälle sehr ernst und reagieren konsequent», sagt Migros-Sprecherin Cristina Maurer Frank auf Anfrage von 20 Minuten. Oftmals würden die Täter innerhalb von Tagen oder Stunden die Namen der Detailhändler auswechseln. «Wir reagieren immer mit technischen Mitteln, wie Sperrungen und wo nötig auch mit rechtlichen Massnahmen», so die Mediensprecherin. Denn solche Abofallen sind der Migros schon länger ein Dorn im Auge: «Wir tauschen uns regelmässig mit den Spezialisten der Branche und den Cybercrime-Units der Polizei und des Bundes aus», so Maurer Frank.

Auch die Migros führt Gewinnspiele im Internet durch. Doch wie wissen Bürger, dass es sich dabei nicht um eine gefälschte Internetseite handelt? «Das wichtigste Differenzierungsmerkmal: Bei der Migros müssen für Gewinnspiele nie Zahlungsinformationen hinterlegt werden», sagt Maurer Frank. Eine vollständige Prävention sei jedoch nicht möglich. Deswegen rät die Migros, bei der Kommunikation via Internet eine gesunde Skepsis an den Tag zu legen.

Neue Masche

Die Fachstelle Cybercrime der Kantonspolizei Zürich hat die Betrüger im Auge: «Das neue an dieser Masche ist, dass man die Webseite mit zehn 10 Whatsapp-Freuden teilen muss», so Polizeisprecher Oberlin. Die Kantonspolizei rät, solche Nachrichten zu ingnorieren und auf keinesfalls weiterzuschicken. Wenn man seine Kontodaten bereits angegeben hat, sollte die Karte umgehend gesperrt werden. «Wir gehen gegen solche Webseiten vor, indem wir sie beispielsweise sperren lassen», sagt Polizeisprecher Oberlin. Jedoch sei es nicht immer einfach, den Urheber solcher Internetseiten ausfindig zu machen.

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