Urlaubsfalle: Vorsicht vor gefälschten Medikamenten!

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UrlaubsfalleVorsicht vor gefälschten Medikamenten!

Kriminelle Organisationen haben den Medikamentenmarkt entdeckt. Deshalb gibt es immer mehr Fälschungen – auch auf Ferienreisen.

Elisabeth Rizzi
von
Elisabeth Rizzi

Das internationale Verbrechen ist auf den Geschmack von ­Medikamentenfälschungen gekommen: «Die Strafen sind tiefer als für Drogenschmuggel. Zudem ist der logistische Aufwand kleiner. Und: Gefälschte Medikamente sind für den Zoll schwierig zu erkennen», erklärt Ruth Mosimann, Leiterin Kontrolle illegaler Arzneimittel bei Swissmedic. 2009 stieg die Zahl der bei der eidgenössischen Zollverwaltung als verdächtig gemeldeten Arzneien um 68%. «Im ersten Halbjahr 2010 hat die Zahl nochmals stark zugenommen», so Mosimann. Häufig würden die Medikamente in China produziert und mit täuschend echten Verpackungen ausgestattet. Laut der Expertin ist die Gefahr gross, dass die Dosierung nicht stimmt oder ein falscher Wirkstoff im Produkt ist.

Fälschungen betreffen längst nicht mehr nur Potenzmittel und Schlankmacher. Vor allem in den Ferien wird der Medikamentenkauf deshalb zum Problem: «Besonders in Asien, Afrika und Südamerika sollte man Medikamente nur in offiziellen Apotheken kaufen und keinesfalls bei Strassenhändlern oder auf anderen Kanälen», rät Mosimann. Je nach Schweregrad der Erkrankung solle man sogar eine Arztpraxis oder ein Spital aufsuchen.

Auch im Internet wird oft mit gefälschten Medikamenten gehandelt. «Selbst hinter seriös wirkenden Websites wie etwa beim vermeintlich natürlichen Schlankheitsmittel Lida Daidaihua verbergen sich gefährliche oder verbotene Wirkstoffe», warnt Mosimann. Nur etablierte Internet-Apotheken wie Zur Rose oder DocMorris seien risikolos.

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