Psychologie: Vorsicht vor Selfie-Männern
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PsychologieVorsicht vor Selfie-Männern

Er knipst sich regelmässig und stellt seine Selfies gern und häufig ins Internet? Er könnte ein Psychopath sein, das besagt eine neue Studie.

von
rgl

Wir alle knipsen uns selbst vor dem Spiegel, im Ausgang oder sonst wo und bei was. Dieses Verhalten ist unproblematisch, wenn man ein Mädel ist. Als Junge jedoch, kann ein ausgeprägtes Selfie-Verhalten auf einen besorgniserregenden psychischen Zustand hindeuten: Männer, die häufig Selfies von sich nehmen, neigen zu psychopatischen Tendenzen.

«Es ist nicht überraschend, dass Männer, die viele Selfies von sich posten, narzisstischer veranlagt sind», sagt Professor Jesse Fox von der Ohio State University, der die Studie geleitet hat. Es sei das erste Mal, dass diese Erkenntnis in einer Studie bewiesen worden sei.

Psychopathie bei unbearbeiteten Bildern?

Für die Untersuchung wurde das Social-Media-Verhalten von 800 jungen Männern zwischen 18 und 40 Jahren beobachtet. Fox konnte nicht nur die narzisstischen Tendenzen seiner Testpersonen nachweisen, sondern stellte auch fest, dass diejenigen, die mehr Fotos von sich posten, Zeichen von Psychopathie und einer Persönlichkeitsstörung aufweisen.

Gemeint sind bei letzterem hauptsächlich Typen, die ihre Bilder nicht bearbeiten und sie filterlos ins Internet stellen. Dies könnte damit zusammenhängen, dass diese Sorte Selfie-Knipser besonderen Wert darauf legen, sich selbst zu sehen und impulsiv handeln, ohne viel Wert auf die Meinung anderer zu geben.

Führt zu Depressionen und Essstörungen

«Wir wissen, dass Selbstverherrlichung häufig zu schrecklichen Depressionen oder gar Essstörungen führen kann», sagt Fox. «Durch die zunehmende Nutzung der Sozialen Medien, steigt auch die Sorge um das eigene Äussere. Will heissen, dass Selbstverherrlichung auch für Männer zunehmend ein Problem wird.»

Was aber trotz allem erstaunlich ist: Trotz all diesen Erkenntnissen wirken Selbstdarsteller auf andere attraktiv.