Aktualisiert 10.10.2003 05:26

Vorstoss der israelischen Armee in den Gaza-Streifen

Die israelische Armee ist am Freitagmorgen mit Panzern in das palästinensische Flüchtlingslager Rafah im Gazastreifen eingerückt.

Ziel der Aktion an der Grenze zu Ägypten war die Zerstörung von Tunneln, die zum Waffenschmuggel dienen, wie ein Armeesprecher vor Ort sagte. Nach palästinensischen Angaben wurde bei Feuergefechten eine Frau von israelischen Soldaten getötet, 19 weitere Menschen wurden verletzt. Zudem hätten israelische Truppen drei Wohnhäuser zerstört.

Nach Militärangaben standen hinter der gross angelegten Aktion Befürchtungen, militante Palästinenser könnten sich erstmals Raketen beschaffen, mit denen man Panzer und Flugzeuge abschiessen kann. Dazu zählen den Angaben zufolge Boden-Luft-Raketen vom Typ Stinger, die eine Gefahr für israelische Kampfhubschrauber oder für niedrig fliegende Passagier- und Militärflugzeuge darstellen würden. Weiter berichteten die Militärkreise, die Palästinenser wollten sich möglichst auch Katjuscha-Rakten beschaffen, deren Reichweite das israelische Kerngebiet gefährden würde.

Die Soldaten wurden von Spezialkräften mit Hunden begleitet, die auf das Aufspüren von Tunneln trainiert sind. Ein Offizier sagte vor Ort, die durch die Tunnel unter der Grenze geschmuggelten Waffen fänden ihren Weg am Ende auch ins Westjordanland. Da die ägyptische Regierung dem Schmuggel keinen Einhalt biete, müsse Israel selbst handeln. (dapd)

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