Anzeige erstattet: Vorträge sorgen bei Berner Muslimen für Aufregung
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Anzeige erstattetVorträge sorgen bei Berner Muslimen für Aufregung

Eine von Pro Israel Schweiz organisierte Vortragsreihe mit dem Autoren Avi Lipkin sorgt bei einigen Berner Muslimen für Aufregung. Die Berner Gemeinschaft der Muslime hat gegen Lipkin wegen Verstosses gegen die Rassismusstrafnorm Anzeige erstattet.

Der israelische Autor habe in seinem Vortrag «Glaubensfreiheit oder islamische Herrschaft - wie bedroht sind Christen und Juden?», den er am Montag in Wichtrach hielt, rassistische und volksverhetzende Äusserungen von sich gegeben, schreibt die Berner Gemeinschaft der Muslime in einer Mitteilung.

So habe Lipkin Allah etwa mit Satan gleichgesetzt oder den Islam als Psychose bezeichnet. Die Justiz soll nun prüfen, ob Lipkin damit die «Grenze der Meinungsäusserungsfreiheit überschritten hat».

«Erschreckende Aussagen»

«Lipkins Aussagen waren erschreckend für uns», sagte Qaasim Illi von der Berner Gemeinschaft der Muslime am Mittwoch auf Anfrage zu der Medienmitteilung. Sie seien weder historisch noch wissenschaftlich haltbar.

Lipkin hielt besagten Vortrag bereits im Sommer mehrfach in der Schweiz und präsentiert ihn diesen Herbst insgesamt zwölf Mal. Die Veranstaltungsreihe wird vom Pro Israel Schweiz und dem Schweizerischen Bund aktiver Protestanten organisiert, wie Werner Scherrer von Pro Israel auf Anfrage sagte.

Im Zusammenhang zu sehen

Scherrer stellt sich hinter die Stossrichtung des Vortrags. Einzelne Zitate dürften aber nicht aus dem Zusammenhang des gesamten Vortrags einerseits und mit dem Koran und der Bibel andererseis gerissen werden, sagte Scherrer weiter.

Auch seitens der EDU Schweiz, die auf ihrer Homepage auf die Vorträge hinweist, ist man sich sicher, dass Lipkins angebliche Aussagen nicht unter die Rassismus-Strafnorm fallen.

Wie EDU-Präsident Hans Moser auf Anfrage sagte, sind die Vorträge zwar nicht Teil der aktuellen Kampagne für die Anti-Minarett- Initiative. «Sie sprechen jedoch das gleiche Publikum an und sind stets gut besucht», so Moser, der dem Vortrag in Wichtrach selbst nicht beiwohnte. (sda)

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