Aktualisiert 14.06.2008 16:08

Kander-DramaVoruntersuchung gegen Kompaniekommandanten

Gegen den Kompaniekomandanten der verunglückten Gruppe in der Kander wird ermittelt. Derweil geht die Suche nach den zwei Vermissten weiter.

Der militärische Untersuchungsrichter Michael Leutwyler hat nach dem Bootsunfall vom vergangenen Donnerstag auf der Kander im Berner Oberland gegen den zuständigen Kompaniekommandanten eine Voruntersuchung eingeleitet. Dies wegen allfälliger mehrfacher fahrlässiger Tötung und allfälliger mehrfacher fahrlässiger Körperverletzung, wie die Sprecherin der Militärjustiz, Silvia Schenker, am Samstag in Spiez sagte. Eine Ausdehnung auf weitere Personen und weitere Sachverhalte ausserhalb des Bootsunglücks sei vorbehalten. Der verletzte Komandant sei vom Untersuchungsrichter mittlerweile besucht worden. Eine Einvernahme habe aber noch nicht stattgefunden, da der Betroffene gemäss Urteil der Ärzte noch nicht einvernahmefähig sei. Er hatte einen Kieferbruch erlitten. Sobald die Ärzte grünes Licht geben, soll die Einvernahme laut Schenker stattfinden.

Die Suche geht weiter

Nach dem tragischen Bootsunglück auf der Kander vom vergangenen Donnerstag habe die Suche nach den zwei Vermissten sowie die Betreuung der Angehörigen für die Armee höchste Priorität. Neben den zivilen Blaulichtorganisationen standen am Samstag insgesamt rund 100 Angehörige der Armee im Einsatz. Die Suchmannschaft besteht aus Infanterie Durchdienern, Militärpolizei Grenadieren, Gebirgs- und Geniespezialisten sowie aus mehreren Militärpolizei-Patrouillen. Die Suche auf dem Thunersee wird von der Seepolizei durchgeführt. Ihr stehen dabei auch eine Unterwasserkamera und ein Sonargerät zur Verfügung. Zudem suchen Patrouillen zusammen mit Mitgliedern der Feuerwehr die Ufer ab. Beobachtungsposten sind Tag und Nacht an den Ufern der Kander postiert und Helikopter suchen das Gebiet tagsüber nach den Vermissten ab.

Nach dem Unfall konnten drei Kaderleute der Armee nur noch tot geborgen werden. Von zwei weiteren Armeeangehörigen fehlt zunächst jede spur. Fünf Männer waren verletzt worden, wobei vier das Spital bereits am (gestrigen) Freitag wieder verlassen konnten. Die betroffenen Angehörigen werden auf Wunsch von speziell für jede Familie ausgesuchten Ansprechpersonen und von den verschiedenen psychologisch geschulten Care-Teams rund um die Uhr begleitet. Die Armee stehe den Angehörigen bei allen Fragen und Sorgen zur Seite.

Die zehn 25- bis 33-jährigen Kadermitglieder der Lufttransport Sicherungskompagnie 3 mit Heimbasis Militärflugplatz Alpnach hatten auf der Kander gemäss Informationen der Armee einen Anlass zur Teambildung durchgeführt. Die Männer aus den Deutschschweizer Kantonen ZH, BL, GR, SZ, AG, TG und LU waren dabei gekentert. Der militärische Untersuchungsrichter Michael Leutwyler hat eine Untersuchung eingeleitet. Diese soll zeigen, ob die Schlauchbootfahrt auf der Kander nicht zu gefährlich war und Aufschluss über den Sinn und Zweck der Fahrt geben.

(dapd)

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