Vorwürfe gegen Sarkozy: Missbräuchlicher DNA-Test
Aktualisiert

Vorwürfe gegen Sarkozy: Missbräuchlicher DNA-Test

Der bürgerliche französische Präsidentschaftskandidat Nicolas Sarkozy muss sich erneut gegen Vorwürfe des Machtmissbrauchs erwehren. Kritiker beschuldigen den Innenminister, er habe das Justizsystem für eigene Zwecke genutzt.

So seien bei der Suche nach dem gestohlenen Roller seines Sohnes DNA-Tests angeordnet worden. Diebstähle seien in Frankreich an der Tagesordnung, sagte der Politiker François Bayrou am Dienstag dem Radiosender RTL.

Die Mittel der Polizei würden aber normalerweise nicht auf diese Weise ausgeschöpft, sagte Bayrou, der bei der Präsidentschaftswahl im April ebenfalls antreten will. Offenbar gebe es für mächtige Menschen andere Regeln als für Normalbürger. Sarkozy war für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.

Normales Vorgehen

Ein Sprecher der Polizei bestritt jedoch eine spezielle Behandlung des Falles. Der gestohlene Roller von Sarkozys Sohn sei in einem Keller gefunden worden, sagte er.

Da Zeugen zwei Jugendliche mit einem ähnlichen Roller gesehen hätten, hätten die Ermittler nach Fingerabdrücken und DNA-Spuren gesucht. Dies sei ein normales Vorgehen an einem Tatort.

Sarkozy geriet in den vergangenen Tagen bereits unter Druck, nachdem bekannt wurde, dass der ihm unterstellte polizeiliche Geheimdienst einen Berater der sozialistischen Präsidentschaftskandidatin Segolene Royal ausspioniert hat.

Sarkozy wies den Vorwurf zurück, er habe dies angeordnet. Auch Rücktrittsaufforderungen wollte er nicht nachkommen. Sarkozy liegt derzeit in Umfragen knapp vor Royal.

(sda)

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