Aktualisiert 03.05.2006 06:01

Vorwurf der Klitoris- Beschneidungen in Zürich «absurd»

Zürcher Ärzte weisen die Vorwürfe eines SVP-Politikers zurück, dass in Zürcher Spitälern Klitoris-Beschneidungen durchgeführt würden. Die Zürcher Gesundheitsdirektion hatte deswegen Strafanzeige gegen Unbekannt eingereicht.

Als «absurd» bezeichnet Stephanie von Orelli, leitende Gynäkologin am Unispital, die Vorwürfe gegenüber dem «Tages Anzeiger». Noch keinem Zürcher Spital, in dem sie in ihrer Karriere arbeitete, habe sie je Beschneidungen gesehen oder davon gehört.

Der SVP-Kantonsrat Jürg Leuthold behauptete am Freitag, er habe Hinweise, dass in öffentlichen Spitälern in der Schweiz und unter anderem auch in öffentlichen Spitälern des Kantons Zürich aktiv Beschneidungen an jungen Frauen durchgeführt würden. Dies hatte Leuthold an einer Medienkonferenz zu aktuellen Fragen der Gesundheits- und Sozialpolitik gesagt.

Der Gesundheitsdirektion lagen bisher keinerlei diesbezüglichen Hinweise vor, wie sie am Dienstag mitteilte. Sollten die Vorwürfe jedoch zutreffen, wäre der Straftatbestand der schweren Körperverletzung erfüllt. Es seien nun die Resultate der Ermittlungen der Strafverfolgungsbehörden abzuwarten. (sda)

Deine Meinung

Fehler gefunden?Jetzt melden.