Juso-Protest: Vorwurf: Zürichs PK verdient am Hunger
Aktualisiert

Juso-ProtestVorwurf: Zürichs PK verdient am Hunger

Protest gegen die Pensionskasse der Stadt Zürich: Sie solle nicht mehr mit Nahrungsmitteln spekulieren, fordert die Juso.

von
Maja Sommerhalder
Juso-Präsident David Roth übergibt PKHZ-Leiter Ernst Welti einen Protestbrief.

Juso-Präsident David Roth übergibt PKHZ-Leiter Ernst Welti einen Protestbrief.

Juso-Aufmarsch bei der Pensionskasse der Stadt Zürich (PKZH): Präsident David Roth überreichte dem PKZH-Leiter Ernst Welti gestern einen Protestbrief und sagte: «Mit Ihrer Anlagestrategie machen Sie sich und Ihre Versicherten mitschuldig am Hunger dieser Welt.» 50 Millionen Franken investiert die PKZH gemäss eigenen Angaben in Agrarrohstoffe. Die Spekulation mit den Nahrungsmitteln bringe aber die Preise in Bewegung. «So entstehen Blasen auf den Agrarmärkten und viele Menschen werden in die Armut und den Hunger getrieben», so Roth – er fordere die PKZH zum Verzicht auf solche Investitionen auf.

Kantonale Pensionskasse investiert nicht in Agrarrohstoffe

Bereits Realität ist dies bei der BVK Personalvorsorge des Kantons, wie Sprecher Florian Küng sagt: «Unsere Grundsätze lassen es nicht zu, dass Geld in ethisch kritisch zu wertende Anlagen wie agrarische Nahrungsmittel angelegt wird.»

Obwohl PKZH-Leiter Welti das Anliegen der Juso prüfen will, findet er es nicht verwerflich, dass die Pensionskasse in Nahrungsmittelproduzenten investiert: «Dadurch können sie ihr Preisrisiko absichern.» Ohne diese Möglichkeit wäre wohl das globale Nahrungsmittelangebot kleiner. Welti: «Zudem investieren wir nur 0,4 Prozent unseres ganzen Vermögens in Agrarrohstoffe.» Durch diesen geringen Betrag würden die Preise nicht in die Höhe getrieben.

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