Schneider goes Schlager: Vreni will in diese Hall of Shame
Aktualisiert

Schneider goes SchlagerVreni will in diese Hall of Shame

Unser Gold-Vreni will auch ein Goldkehlchen sein. Sie ist bei weitem nicht der erste Sport-Promi, der eine Gesangskarriere anstrebt. Ein Rückblick, der starke Nerven benötigt.

Im November will die ehemalige Schweizer Skirennfahrerin Vreni Schneider ihr erstes Album herausbringen. Es heisst «Ä Gruess us dä Bergä». Gegenüber dem «Blick» meint ihr Komponist Tommy Mustac: «Wir machen aus Gold-Vreni einen weiblichen Hansi Hinterseer.» Damit ist die Richtung klar: Vreni soll sich zu den Schlager singenden Sportlern gesellen. Mit Hansi Hinterseher wurde – wohl ganz bewusst – der Erfolgreichste aus dieser Zunft als Referenz angegeben. Aus Gold-Vreni könnte auch der neue Toni Sailer, Alex Frei oder Franz Beckenbauer werden: Ein Sportler, der sich als Sänger bis auf die Knochen blamiert.

In den Sechziger- und Siebzigerjahren gehörte es für erfolgreiche Sportler zum guten (oder eher nicht so guten) Ton, auch noch ein paar Singles auf den Markt zu werfen. Die Idee dahinter ist einfach: Wenn ein Sportler Zehntausende Fans hat, dann lassen sich mit Sicherheit ein paar Tausend finden, die auch ein bisschen Geld für die Musik ihres Idols ausgeben.

Erfolgreich waren nur wenige

So haben sich in den letzten Jahrzehnten Sportler für ein bisschen Geld zum Gespött gemacht: Die meisten haben sich – wie Vreni Schneider – für den volkstümlichen Schlager entschieden. Für einige wenige hat es sich auch gelohnt. So verkaufte etwa Petar Radenkovic, Torwart bei 1860 München von seinem Liedchen «Bin i Radi, bin i König» fast eine halbe Million Singles.

Petar Radenkovic: «Bin i Radi»

Auch die deutsche Fussballnationalmannschaft oder natürlich Hansi Hinterseer konnten mit ihren Veröffentlichungen Erfolge verbuchen. Doch damit bilden sie die Ausnahmen. Oder erinnert sich heute noch jemand an den Disco-Track «Trainer lügen nicht?» von Berti Vogts? Oder an «1:0 für die Liebe» von Franz Beckenbauer und Toni Polsters «Toni, lass es Polstern»? Oder sogar «Sie hat nur Blue Jeans» von Boxer Bubi Scholz? Die Songs sind zurecht in Vergessenheit geraten – trotzdem: Hier eine kleine Erinnerungsstütze.

Franz Beckenbauer: «1:0 für die Liebe»

(Quelle: YouTube/dritterpolizist)

Ilja Richter & Berti Vogts: «Trainer lügen nicht»

(Quelle: YouTube/fritz51283)

Toni Polster: «Toni, lass es Polstern»

Quelle: YouTube/JahJahCream)

Bubi Scholz: «Sie hat nur Blue Jeans»

(Quelle: YouTube/dritterpolizist)

Auch in der Schweiz haben sich schon Sportler durch dilettantische Gesangsversuche hervorgetan. So etwa Bernhard Russi mit «Winter isch kei Winter ohni Schnee».

(Quelle: Youtube/russi4president)

Der bisherige Höhepunkt aus Schweizer Sicht ist aber noch nicht so lange her: Für die Werbung eines Chipsherstellers verkleidete sich Stürmerstar Alex Frei als Rapper – und versuchte sich auch als solcher. Das ist nur etwas für ganz starke Nerven.

(Quelle: YouTube/lannilu)

Deine Meinung