Aktualisiert 05.09.2006 17:00

Vuelta: Paulinho entwischte im richtigen Moment

Nach dem ersten Ruhetag der Vuelta feierte Sergio Paulinho seinen ersten grossen Erfolg seit zwei Jahren. Der Olympia-Zweite von Athen gewann die 10. Etappe dank seines Antrittes im richtigen Augenblick. Alejandro Valverde (Sp) blieb Gesamterster.

In der Schlusssteigung hinauf zum Museum von Altamira mit seiner Ausstellung von prähistorischen Höhlenmalereien versuchten es die beiden Dänen Nicki Sörensen mit zwei Antritten und der Tour- Bergkönig Michael Rasmussen mit einem Angriff. Erfolg war ihnen nicht beschieden.

Sergio Paulinho machte es besser. Der 26-jährige Portugiese griff 900 m vor dem Ziel an und setzte sich vor Davide Rebellin (It) und Javier Florencio (Sp) durch. Paulinho bescherte seinem Arbeitgeber Astana den dritten Etappensieg in Folge, nachdem am Wochenende zweimal der Teamcaptain Alexander Winokurow die Mannschaft mit der Sonne Kasachstans auf dem Trikot zu Erfolgserlebnissen geführt hatte.

Im olympischen Strassenrennen von Athen hatte Paulinho die grosse Überraschung dargestellt, als er als einziger Fahrer den Angirff von Paolo Bettini mitzugehen vermochte. Der Spurt ging klar an den Italiener. Paulinho hingegen schrieb Sportgeschichte. Er ist der erste Portugiese, der es im Radsport bei Olympia aufs Podium schaffte. Doch in den letzten zwei Jahren war es um Paulinho still geworden, bis er sich nun in der 10. Vuelta-Etappe über einen guten taktischen Spürsinn auswies.

Der Portugiese gehörte zu jenen 15 Ausreissern, die auf der Fahrt von Asturien nach Kantabrien rund 150 km an der Spitze des Rennens zurücklegten. Unter ihnen befand sich auch Wladimir Karpez. Der Russe, Teamgefährte des Gesamtersten Alejandro Valverde, wies als 15. der Gesamtwertung 6:50 Minuten Rückstand auf. Als die Flüchtlinge acht Minuten voraus lagen, war Karpez theoretischer Leader. Der Russe wurde insbesondere vom Team CSC als Gefahr für die Position des Gesamtdritten Carlos Sastre (Sp) betrachtet. Also mussten sich die Teamhelfer ins Zeug legen. Auch Fabian Cancellara zählte zu jenen Fahrern, die über weite Strecken das Feld anführten. Im Ziel lag der Hauptharst noch 3:54 Minuten zurück, die Situation war bereinigt.

Das heutige 11. Tagespensum von Torrelevaga nach Burgos über 177 km wird von den Gesamtbesten mit unveränderten Abständen in Angriff genommen: Andrej Kaschetschin (Kas) weist 27, Sastre 44 Sekunden Rückstand auf. Auf der ersten Streckenhälfte haben die Fahrer drei Berge zu bewältigen. Die Anfahrt zum Ziel ist hingegen anspruchslos. Dies lässt erwarten, dass die Anwärter auf eine gute Schlussklassierung auch am Mittwochabend die gleichen Namen tragen. (si)

61. Vuelta a España. 10. Etappe, Avilés - Museo de Altamira (199,3 km).

1. Sergio Paulinho (Por) 4:33:44 (43,68 km/h), 20 Sekunden Bonifikation. 2. Davide Rebellin (It) 0:02, 12 Sek. Bon. 3. Xavier Florencio (Sp), gleiche Zeit, 8 Sek. Bon. 4. Wladimir Karpez (Russ) 0:06. 5. Francisco Ventoso (Sp) 0:07. 6. Wladimir Gusew (Russ). 7. Sébastien Joly (Fr). 8. Sébastien Minard (Fr). 9. Dimitri Fofonow (Russ). 10. Jewgeni Petrow (Russ).

11. Nicki Sörensen (Dä), alle gleiche Zeit. 12. Iban Mayo (Sp) 0:11. 13. Dario Cioni (It) 0:51. 14. Michael Rasmussen (Dä) 1:29. 15. David Millar (Gb) 2:47. 16. Florian Stalder (Sz) 3:54. 17. Oscar Pereiro (Sp). 18. Hubert Dupont (Fr). 19. Tom Danielson (USA). 20. Alejandro Valverde (Sp).

Ferner: 21. Carlos Sastre (Sp). 29. Aurélien Clerc (Sz). 34. Andrej Kaschetschkin (Kas). 48. Alexander Winokurow (Kas). 67. Erik Zabel (De). 97. Steve Morabito (Sz). 115. David Loosli (Sz), alle gleiche Zeit. 128. Alessandro Petacchi (It) 5:01. 157. Sven Montgomery (Sz) 11:26. 167. Fabian Cancellara (Sz) 11:38. - 168 klassiert. Nicht gestartet: Marcel Strauss (Sz). Aufgegeben: Rony Martias, Anthony Charteau (beide Fr).

Gesamtklassement: 1. Valverde 41:19:09. 2. Kaschetschkin 0:27. 3. Sastre 0:44. 4. José Angel Gomez (Sp) 0:56. 5. Winokurow 1:38. 6. Janez Brajkovic (Sln) 2:05. 7. Danilo Di Luca (It) 2:21. 8. Manuel Beltran (Sp) 2:28. 9. Karpez 3:02. 10. Paulinho 3:42.

11. Ruggero Marzoli (It) 3:59. 12. Sylvester Szmyd (Pol) 5:18. 13. Samuel Sanchez (Sp) 5:33. 14. Luis Perez (Sp) 6:11. 15. Danielson 6:20. 16. Stijn Devolder (Be) 6:36. 17. Ryder Hesjedal (Ka) 7:16. 18. Leonardo Piepoli (It) 7:36. 19. Jesus Hernandez (Sp) 7:59. 20. Mayo 8:34.

Ferner: 73. Zabel 55:38. 84. Loosli 1:00:17. 86. Morabito 1:02:08. 89. Stalder 1:04:45. 95. Montgomery 1:07:21. 122. Clerc 1:18:42. 144. Cancellara 1:27:43. 154. Petacchi 1:31:03.

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