Indonesien: Vulkan-Alarm am Feuerring
Aktualisiert

IndonesienVulkan-Alarm am Feuerring

Nach dem erneuten Ausbruch des Vulkans Merapi auf der indonesischen Insel Java wurde für 21 weitere Vulkane die Warnstufe erhöht. Sie alle zeigen erhöhte seismische Aktivität.

von
Slamet Riyadi
AP

(Quelle: APTN Video)

Der Vulkan Merapi in Indonesien ist am Montag erneut ausgebrochen. In einer gewaltigen Eruption wurden Asche und Trümmerstücke tausende Meter weit in die Luft geschleudert. Berichte über neue Opfer oder Schäden lagen nach dem von mehreren Explosionen begleiteten Ausbruch zunächst nicht vor. Seit Beginn der Eruptionen am Dienstag vergangener Woche sind die meisten Anwohner evakuiert worden. 38 Menschen kamen bislang ums Leben. Der 3000 Meter hohe Merapi zählt zu den aktivsten und gefährlichsten Vulkanen Indonesiens.

Das südostasiatische Land liegt im pazifischen «Feuerring» mit zahlreichen Vulkanen, in dem Verschiebungen von Erdplatten immer wieder zu Erschütterungen führen. Das folgenschwerste Beben der vergangenen Jahrzehnte ereignete sich im Dezember 2004 vor Sumatra und löste einen Tsunami aus, der rund um den Indischen Ozean 230 000 Menschen das Leben kostete.

Sowohl Erdbeben als auch Vulkanausbrüche resultieren aus Verschiebungen der tektonischen Platten. Wenn die Platten sich aneinander reiben, kann geschmolzenes Gestein durch einen Vulkan an die Oberfläche treten oder ein Erdbeben auslösen. Die indonesische Regierung hat unterdessen die Warnstufen für 21 weitere Vulkane erhöht. Dabei handele es sich um eine Vorsichtsmassnahme, sagte der Vulkanologe Syamsul Rizal.

Warnstufen für 21 Vulkane erhöht

Dass so viele Vulkane derzeit eine erhöhte seismische Aktivität zeigten, sei ungewöhnlich, sagte Vulkanologe Gede Swantika. Er könne jedoch nicht vorhersagen, welcher Vulkan ausbrechen werde. Der Geologe Brent McInnes nannte den Anstieg der vulkanischen Aktivität «signifikant». «Wenn mehr als 20 Vulkane eine erhöhte seismische Aktivität zeigen, sollten wir das aufmerksam beobachten», sagte der Professor der australischen Universität Curtin. Die erhöhte Aktivität könnte auf massive Plattenverschiebungen hinweisen.

Auf den rund 1300 Kilometer entfernten Mentawai-Inseln, wo ein Erdbeben der Stärke 7,7 Anfang der vergangenen Woche eine Flutwelle ausgelöst hatte, stieg die Zahl der Toten unterdessen auf 450, wie die Behörden mitteilten. Weniger als 100 Menschen werden noch vermisst. Helfer transportierten mit Booten und Helikopter Hilfsgüter in das Katastrophengebiet. Schwerverletzte wurden ausgeflogen, darunter ein nach dem Tsunami in einer Notunterkunft geborenes Baby und ein zwölfjähriges Mädchen mit einer lebensgefährlichen Verletzung. 23 000 Menschen haben durch die sechs Meter hohe Flutwelle ihr Zuhause verloren.

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