Aktualisiert

JapanVulkan bricht aus – Insel evakuiert

Zuerst ein Knall, dann eine gewaltige Aschewolke: Der Ausbruch des japanischen Vulkans Shindake bedroht eine Insel mit 137 Einwohnern.

von
isa/sda

Mit einer spektakulären Explosion ist im Südwesten Japans der Vulkan Shindake ausgebrochen. Mehr als neun Kilometer türmten sich die dicken schwarzen Aschewolken über dem Krater in den Himmel. Das zeigenVideobilder im japanischen Fernsehen.

Berichte über Todesopfer lagen zunächst nicht vor. Die Behörden riefen die Bewohner der südjapanischen Insel Kuchinoerabujima auf, sich fern der zur Provinz Kagoshima gehörenden Insel in Sicherheit zu bringen. Die Insel liegt rund 100 Kilometer südlich der Hauptinsel Kyushu, auf ihr leben 137 Menschen. Die Regierung richtete einen Krisenstab ein; die Küstenwache schickte ein Patrouillenschiff in die Region.

Aschewolke rollte bis zur Küste

Ein Strom aus vulkanischer Asche und Gasen glitt den Hang des 650 Meter über dem Meeresspiegel aufragenden Vulkans herab und erreichte die Küste, wie die Meteorologische Behörde mitteilte. Der Knall durch den explosionsartigen Ausbruch sei enorm laut gewesen, schilderte eine Bewohnerin Reportern.

Sie sei sofort zu einer Schutzunterkunft gerannt. Wie sie fanden die meisten der Inselbewohner Schutz vor Ort, wie ein Regierungssprecher bekanntgab. Einschliesslich einiger Inselbesucher sind die Menschen auf der Insel aufgerufen, diese zu verlassen. Die Insel ist nur über zwei Fährrouten zu erreichen.

Keine Gefahr für Atomkraftwerk

Die Insel liegt südlich des seit der Atomkatastrophe von Fukushima 2011 abgeschalteten Kraftwerks Kyushu. Am Mittwoch hatte das Atomkraftwerk die letzte Hürde vor dem Wiederanfahren genommen. Der Betreiber erklärte, der Vulkanausbruch stelle keine Gefahr für das AKW dar. In den vergangenen Wochen war eine zunehmende vulkanische Aktivität in Japan registriert worden.

Unterdessen warnte die Meteorologische Behörde vor einer weiteren möglichen Eruption des Vulkans. Zuletzt war er im vergangenen August ausgebrochen. Damals mussten 87 Menschen von dort fliehen. Auch in der Tourismusregion Hakone unweit der Hauptstadt Tokio haben die Behörden seit einigen Wochen eine erhöhte seismische Aktivität am dortigen Berg Hakone registriert.

Daher wurde das Gebiet um die vulkanischen Thermalquellen von Owakudani bei dem Berg vorübergehend zu einer Sperrzone erklärt. Es bestehe die Gefahr eines kleineren Vulkanausbruchs in Form einer Wasserdampfexplosion, hiess es. (isa/sda/sda)

Deine Meinung

Fehler gefunden?Jetzt melden.