Aktualisiert 14.05.2006 07:52

Vulkan Merapi: Dörfer in Indonesien evakuiert

Angesichts des drohenden Ausbruchs des Vulkans Merapi auf der indonesischen Insel Java haben tausende Menschen ihre an den Hängen des Feuerbergs liegenden Dörfer verlassen.

Die Evakuierung verlaufe bislang ohne Panik, sagte der Leiter der zuständigen Behörde, Edy Susanto, am Sonntag der Nachrichtenagentur AFP. Die Hälfte der Einwohner von elf besonders bedrohten Gemeinden seien bereits in Notunterkünfte gebracht worden.

Die sehr dicht am Merapi liegenden Dörfer könnten nach Angaben Susantos von aus dem Krater entweichenden glühenden Gaswolken erreicht werden, in denen Temperaturen von bis zu 500 Grad herrschen.

Am Samstag hatten die Behörden für die Region um den Vulkan höchste Alarmstufe ausgegeben. Der Schritt gab den Behörden freie Hand, alle 34 000 Menschen in der unmittelbaren Gefahrenzone um den Merapi notfalls zwangsweise zu evakuieren. Viele Menschen zögern jedoch weiterhin, ihre Häuser und das Vieh an den fruchtbaren Berghängen zu verlassen.

Der Inselstaat Indonesien liegt in einem der vulkanisch und seismisch aktivsten Gebiete der Erde, dem pazifischen «Feuerring». Auf dem Archipel mit seinen rund 18 000 Inseln sind noch rund 130 Vulkane aktiv. Der Merapi zählt zu den am häufigsten ausbrechenden Vulkanen der Erde.

Bei seinem letzten grossen Ausbruch 1994 waren 64 Menschen getötet worden. Die schwerste Eruption geht auf das Jahr 1930 zurück, damals wurden mehr als 1300 Menschen getötet.

(sda)

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