VW-Mitarbeiter nahmen Schmiergeld
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VW-Mitarbeiter nahmen Schmiergeld

Der deutsche Autobauer Volkswagen ist offenbar in eine weitere Korruptionsaffäre verstrickt. Drei Mitarbeiter von VW und deren Tochter Audi stehen unter Verdacht, vom französischen Autozulieferer Faurecia Bestechungsgelder erhalten zu haben.

Im Gegenzug hätten sie Faurecia bevorzugt Aufträge zugeschanzt.

Faurecia soll seit mindestens 8 Jahren Schmiergelder von bis zu 800 000 Euro im Jahr an Mitarbeiter der Einkaufsabteilungen beider Autokonzerne bezahlt haben.

Ein Audi-Mitarbeiter sitze in Untersuchungshaft, bei VW würden zwei Einkaufsleiter verdächtigt. Ob noch gegen andere Firmen ermittelt werde, wollte der Staatsanwalt nicht sagen. Insgesamt seien etwa 20 Personen im Visier der Ermittler.

Die verdächtigen Einkaufsleiter bei VW und Audi wurden nach Angaben der Staatsanwaltschaft vor allem mit Bargeld geschmiert. Aber auch Möbel und Ferienreisen sollen von Faurecia spendiert worden sein.

Häufung von Korruptionsskandalen

Korruptionsfälle häufen sich zuletzt in der Autoindustrie: Seit vergangenen Herbst ermittelt die Staatsanwaltschaft München gegen drei ehemalige BMW-Mitarbeiter, die ebenfalls im Verdacht stehen, von Zulieferern bestochen worden zu seien. Nach früheren Angaben der Behörden sind dabei mindestens 500 000 Euro Schmiergeld geflossen.

Vor gut einem Jahr war bei VW die Affäre um Korruption, Lustreisen und Bordellbesuche ans Licht gekommen, in der mehrere Betriebsräte und VW-Personalchef Peter Hartz das Unternehmen verlassen mussten.

(sda)

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