Aktualisiert 25.09.2005 19:47

VW: Porsche steigt in grossem Stil ein

Überraschender Schulterschluss in der deutschen Autoindustrie: Luxusautobauer Porsche steigt bei VW ein, um dessen Unabhängigkeit zu sichern.

Porsche will 20 Prozent der Stammaktien von VW erwerben, für die nach derzeitigem Kurs rund drei Milliarden Euro zu zahlen wären. In einem Communiqué teilt Porsche-Chef Wendelin Wiedeking mit: «Wir wollen durch dieses Engagement sowohl die Geschäftsbeziehungen zu VW als auch einen wesentlichen Teil unserer Zukunftsplanungen langfristig absichern.» Die Beteiligung werde aber auf keinen Fall die Schwelle erreichen, bei der Porsche ein öffentliches Angebot zur Übernahme von Volkswagen abgeben müsste.

Auf diesem Weg soll eine feindliche Übernahme von Europas grösstem Autobauer verhindert werden. Eine solche könnte drohen, wenn der Europäische Gerichtshof das VW-Gesetz kippt, nach dem bisher kein VW-Aktionär mehr als 20 Prozent der Stimmrechte geltend machen darf – auch wenn er mehr Anteile besitzt. Zusammen mit Porsche halten das Bundesland Niedersachsen (18,2 Prozent der Stammaktien), VW (13,1 Prozent seiner eigenen Anteilsscheine) und Porsche (20 Prozent) eine sichere Mehrheit.

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