7 Franken pro Stunde - VW will automatisiertes Fahren zum Stundentarif anbieten
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7 Franken pro StundeVW will automatisiertes Fahren zum Stundentarif anbieten

Der deutsche Autoriese verspricht sich ein grosses Geschäft mit digitalen Zusatzdiensten. Bis 2029 soll es auch Autopiloten zum Freischalten geben.

von
Fabian Pöschl
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Die E-Autos von VWs ID-Linie sollen ab 2022 digitale Zusatzdienste auf Abruf bieten.

Die E-Autos von VWs ID-Linie sollen ab 2022 digitale Zusatzdienste auf Abruf bieten.

AFP
Dann muss sich der Kunde oder die Kundin nicht mehr vor dem Kauf über Extras Gedanken machen.

Dann muss sich der Kunde oder die Kundin nicht mehr vor dem Kauf über Extras Gedanken machen.

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Bis Ende des Jahrzehnts sollen auch Autopiloten angeboten werden.

Bis Ende des Jahrzehnts sollen auch Autopiloten angeboten werden.

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Darum gehts

  • VW kündigt digitale Zusatzdienste für seine Elektroautos an.

  • Diese sind ab Frühling 2022 verfügbar.

  • Das Angebot soll laufend ausgebaut werden und zum Ende des Jahrzehnts auch Autopiloten enthalten.

  • Noch sind selbstfahrende Autos allerdings nicht zugelassen.

Volkswagen drückt beim automatisierten Fahren aufs Gas: Der Konzern will bis zum Ende des laufenden Jahrzehnts selbstfahrende Autos in Deutschland anbieten, wie die «Welt» schreibt. Der deutsche Autoriese hat dafür auch schon ein Geschäftsmodell parat.

Kundinnen und Kunden sollen Funktionen, wie den Autopiloten, stunden- oder tageweise dazu buchen können, statt sich vor dem Autokauf dafür entscheiden zu müssen (siehe Box). Ein VW-Manager rechnet gegenüber der «Welt» mit einem Stundenpreis von 7 Euro fürs automatisierte Fahren. Wer will, kann die Funktionen auch fix dazu kaufen. Allerdings rechnet VW mit einem fünfstelligen Aufpreis für die Technik.

Zocken beim Tanken

Für Tesla-Fahrerinnen und -Fahrer sind Verbesserungen am Fahrzeug über sogenannte Over-the-Air-Updates nichts Neues. Auch andere Hersteller wie BMW bieten digitale Zusatzdienste an. Bei Volkswagen sind die «Functions on Demand» bis anhin zur Reichweiten- und Leistungserhöhung erst ab dem zweiten Quartal 2022 für die Elektroautos der ID-Reihe verfügbar. VW will alle zwölf Wochen neue Funktionen aufspielen und auch Computerspiele fürs Warten beim Stromtanken anbieten. VW schätzt das Umsatzpotenzial mit digitalen Zusatzdiensten auf einen dreistelligen Millionenbetrag.

Ob der Preis auch in der Schweiz 7 Euro pro Stunde beträgt oder höher sein wird, ist laut dem VW-Sprecher noch nicht bekannt. Doch der Dienst soll auch in der Schweiz verfügbar sein. VW will ihn in jedem Land anbieten, in dem das automatisierte Fahren erlaubt sein wird, wie der Sprecher sagt.

Wann es dazu kommt, ist allerdings noch unklar, automatisiertes Fahren ist noch nicht erlaubt. Mit einer Gesetzesänderung will Deutschland der erste Staat sein, der Autos ohne Fahrerin oder Fahrer auf die Strassen holt. Noch ist der Gesetzesentwurf nicht verabschiedet. Doch schon 2025 will VW in Deutschland autonome Shuttlebusse auf die Strassen schicken.

Auch die Schweiz will das Strassenverkehrsrecht anpassen und damit die Grundlage für automatisiertes Fahren legen. Der Bundesrat hat im August 2020 ein entsprechendes Revisionspaket in die Vernehmlassung geschickt. Wann es so weit sein wird, ist laut Expertinnen und Experten schwierig zu sagen.

Denn bevor es selbstfahrende Autos auf den Strassen geben wird, muss bei der Technik nachgebessert werden. So versagen die Autos in Tests etwa bei der Objekterkennung. Allein bei Tesla ist es deshalb schon zu mehreren tödlichen Unfällen gekommen. Zudem gibt es noch viele rechtliche Unklarheiten, etwa zur Haftungsfrage bei Unfällen.

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