Aktualisiert 04.05.2006 11:12

VW will tausende Jobs streichen

Bei der VW-Tochter in Brasilien werden voraussichtlich mehrere tausend Arbeitsplätze im Zuge einer Sanierung gestrichen.

Der Konzern will die Lohnkosten um 25 Prozent senken, wie der Präsident von VW do Brasil, Hans-Christian Maergner, in Sao Paulo mitteilte. Die Metallarbeitergewerkschaft rechnet mit der Entlassung von 6.000 der 22.000 Beschäftigten. «Wir können nicht sagen, wie viele Arbeiter entlassen werden», erklärte dagegen Maergner am späten Mittwochabend.

Schon vor drei Jahren hatte VW in Brasilien massiv Personal abgebaut, weil der Konzern sich in der Kapazitätsplanung verschätzt hatte. Damals musste VW eine dreistellige Millionensumme für den Personalabbau aufbringen.

VW do Brasil kündigte an, dass mit einer drastischen Senkung der Lohnkosten und einem Zurückfahren der Exporte der Gewinn gesteigert werden soll. Die Senkung der Ausfuhren von über 256.000 Stück im vergangenen auf 197.000 Autos in diesem Jahr stellte der Konzern als eine Reaktion auf den starken brasilianische Real gegenüber dem Dollar dar, der die Fahrzeuge im Ausland verteuere. 2007 sollen die Exporte auf 156.000 gesenkt werden, um 2008 wieder auf 166.000 zu steigen.

VW exportiert aus Brasilien unter anderem den Fox, der auch in Deutschland angeboten wird. Nur die Produktion für den Export soll gekürzt werden. 2005 liefen insgesamt 647.000 Autos bei VW in Brasilien vom Band.

Maergner wies darauf hin, dass VW die höchsten Lohnkosten von allen Autobauern in Brasilien habe. Der Real hat gegenüber dem Dollar in den vergangenen Monaten fast elf Prozent an Wert gewonnen. Laut Maergner drücken zusätzlich steigende Kosten für Rohstoffe auf die Profitabilität von VW in Brasilien.

Konzernchef Bernd Pischetsrieder hatte schon auf der VW-Hauptversammlung die Sanierung in Brasilien angekündigt. Auch in Deutschland steht bei VW eine Anpassung der Kapazitäten und möglicherweise ein Stellenabbau an. Pischetsrieder hatte erklärt, 20.000 Jobs könnten davon betroffen sein. Hier zu Lande sind noch keinen Einzelheiten dazu bekannt, die Verhandlungen mit dem Betriebsrat laufen. (dapd)

Deine Meinung

Fehler gefunden?Jetzt melden.