Aktualisiert 24.08.2011 20:27

Wahlen 2011

Waadtländer FDP und SVP spannen zusammen

Im Kanton Waadt haben sich die bürgerlichen Parteien SVP und FDP in einer Listenverbindung zusammen getan. Keine Überraschung gab es auf der linker Seite.

Die Waadtländer FDP und die SVP sind für die Nationalratswahlen im Herbst eine Listenverbindung eingegangen. Vor allem die FDP hofft, dadurch ihre Sitze in der grossen Kammer zu halten. Eine Allianz beim Ständerat wollen die Parteien erst bei einem zweiten Wahlgang in Betracht ziehen.

Die am Mittwoch beim Waadtländer Wahlbüro hinterlegte Listenverbindung zwischen den beiden Parteien fällt schweizweit aus dem Rahmen. «Mir scheint, die Waadt ist der einzige Kanton, in dem wir verstanden werden», sagte Claude-Alain Voiblet, Generalsekretär der Waadtländer SVP, zur Nachrichtenagentur sda.

Dieses Bündnis erklärt sich zum Teil mit dem Wahlkalender des Kantons. «Wir haben bei unseren Überlegungen nicht nur an die nationalen Wahlen gedacht, sondern auch an die Regierungsratswahlen in sechs Monaten», sagte er weiter. Denn ohne starke Union, droht der Waadtländer Rechten im März 2012 der Verlust der Mehrheit in der Kantonsregierung.

Gilles Meystre, politischer Sekretär bei der FDP Waadt, gesteht ein, dass die FDP Schweiz die Linie vertritt, «möglichst wenig» mit der SVP zusammenzuarbeiten. «Aber die FDP Schweiz ist sich bewusst, dass es auch noch andere Herausforderungen zu meistern gibt, namentlich die kantonalen Wahlen.»

Die Listenverbindung erlaube, die Chancen der FDP bei den Nationalratswahlen zu maximieren. Nur wenige Stimmen könnten genügen, um einen Sitz zu retten, sagte Meystre.

Keine Überraschung auf linker Seite

Für den Ständerat marschieren die beiden Parteien jedoch getrennt. Die FDP tritt zusammen mit den Liberalen (LDP) an und portiert FDP-Nationalrätin Isabelle Moret und den Ex-Journalisten Fathi Derder (LDP) als Kandidaten.

Die SVP hingegen lanciert Regierungsrat Jean-Claude Mermoud und Nationalrat Guy Parmelin für die Wahl in die kleine Kammer. Eine gemeinsame Liste von FDP und SVP kommt erst in Frage, wenn ein zweiter Wahlgang nötig wird.

Keine Überraschung sind hingegen die sechs gemeldeten Listenverbindungen zwischen der SP, dem linke Bündnis «La Gauche» und den Grünen.

Auch die Mitteparteien CVP, BDP, die Grünliberalen sowie EVP und EDU haben ihre Kräfte gebündelt. Sie hoffen, damit einen zweiten Sitz in der grossen Kammer zu erobern. (sda)

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