Name ist Programm: Wachs, der Chef-Wachser vom Dienst

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Name ist ProgrammWachs, der Chef-Wachser vom Dienst

Roger Wachs ist Servicechef der Schweizer Langläufer. Der Berner bevorzugt aber nicht nur sein bestes Pferd im Stall und macht aus gutem Grund die Lastwagenprüfung.

von
Herbie Egli
Roger Wachs macht seinem Namen alle Ehre. (Bild: Keystone)

Roger Wachs macht seinem Namen alle Ehre. (Bild: Keystone)

Gestatten: Wachs, Roger Wachs. Der 39-jährige Berner ist für die Skis von Dario Cologna und Co. zuständig. Es ist eine schwierige Materie. Der falsche Schliff oder Griff in den Wachskasten kann für den Athleten verheerende Folgen haben. Der Chef-Wachser und sein Team haben den Laden aber meistens im Griff.

Am «einfachsten» sind die Skis zu präparieren, wenn es kalt ist. Sehr kalt. So wie dieses Wochenende beim Weltcup in Nove Mesto. Im tschechischen Skiort sind minus 15 Grad Celsius vorhergesagt. «Bei kälteren Temperaturen sind die Möglichkeiten beschränkt», sagt Wachs zu 20 Minuten Online. «Damit laufen die Athleten ausgeglichener, als bei wärmeren Temperaturen. Hier hat man mehr Möglichkeiten und kann sich vergreifen.» Es kommt zwar selten vor, aber Wachs passierte genau dies vor einem Jahr an der nordischen WM in Oslo. Da nützt dem Athleten auch die beste Fitness nichts, wenn der Ski an den Füssen nicht läuft.

Cologna wird nicht bevorzugt

Dario Cologna greift dieses Wochenende wieder ins Wettkampfgeschehen ein. Die Rennen am letzten Samstag und Sonntag im sibirischen Eisschrank Rybinsk liess der Schweizer Tour-de-Ski-Sieger wegen der arktischen Temperaturen aus. Anhand der vorhergesagten Temperaturen in Tschechien sollte Cologna einen gut präparierten Ski an den Füssen haben. Wachs kümmert sich aber nicht nur um seinen Top-Athleten. «Dario wird von mir nicht bevorzugt. Wenn sich der Chef nur um den besten Läufer kümmern würde, könnte das unter den Teamkollegen Probleme geben.» Daher ist das bei den Schweizern nicht der Fall. Das Service-Team behandelt alle Athleten gleich.

Luxus ab nächster Saison

Bis anhin präparierten Wachs und seine Service-Leute die Skis in engen Containern. Oft fiel das Licht oder der Strom aus, was die Arbeitsbedingungen erschwerte. Ab nächster Saison ist dies nicht mehr der Fall. Die Schweiz bekommt wie Norwegen einen eigenen Wachs-Lastwagen. Damit das 12 Meter lange und 15 Tonnen schwere Gefährt auch an die Weltcup-Orte kommt, sind Wachs und ein Teil seines Teams im Frühling zur Lastwagenprüfung angemeldet.

Dass Wachs wegen seinem Nachnamen übrigens oft hochgenommen wird, stört ihn nicht. «Es kommen oft Sprüche und man lernt mit der Zeit, damit zu leben. Sie sind auch amüsant.»

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