Wunder-Echse: Wachsen dem Menschen bald Körperteile nach?
Aktualisiert

Wunder-EchseWachsen dem Menschen bald Körperteile nach?

Deutsche Forscher haben entdeckt, wie abgetrennte Gliedmassen beim Salamander Axolotl nachwachsen. Laut ihnen eröffnet die Studie völlig neue Perspektiven für die Regenerative Medizin.

Wie das DFG-Forschungszentrum für Regenerative Therapien Dresden (CRTD) am Mittwoch mitteilte, entwickeln sich die Axolotl-Glieder nicht wie bisher angenommen aus Alleskönner-Zellen (pluripotenten Zellen). Sie bilden sich vielmehr aus Zellen, die sich ähnlich wie beim Säugetier nur noch in bestimmte Gewebe entwickeln können.

Der Wunder-Echse wächst sogar Hirn nach

Die Zellen des als Regenerationswunder bekannten Axolotl, der in mexikanischen Seen lebt, seien demnach nicht so verschieden von den menschlichen, sagte Studienleiter Elly Tanaka. Es finde keine komplette Rückprogrammierung statt - und dennoch wachsen dem Tier Gliedmassen, Organe und sogar Teile des Gehirns vollständig nach.

Zellen mit Potenzial

In ihrer im Fachmagazin «Nature» publizierten Studie, brachten die Forscher ein fluoreszierendes Eiweiss ins Erbgut des Axolots ein und verfolgten so das Schicksal einzelner Zellen und Gewebe. Sie beobachteten, dass über einer Wunde verschiedene Vorläuferzellen mit begrenztem Entwicklungspotenzial entstehen.

«Die meisten Zellen sind auf ihre eigene Gewebeidentität beschränkt, wobei das Hautgewebe das flexibelste von allen ist», sagte Tanaka. Hautgewebe produziere bei der Regeneration Knorpel und Sehnen, aber keine Muskelzellen. Knorpel bildet keine Muskeln, sondern meist wieder Knorpel, Muskel hingegen entwickelt nur Muskel und kein Knorpelgewebe.

(sda)

Deine Meinung