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Wachsende Sorge vor Gasknappheit in Deutschland

Vor dem Hintergrund des Gasstreits in Osteuropa wächst auch in Deutschland die Sorge über mögliche Versorgungsprobleme.

Würden nicht rechtzeitig neue Gasquellen erschlossen, drohe in wenigen Jahren eine ernsthafte Versorgungslücke, warnte der Energie-Experte des Bundesverbandes der Verbraucherzentralen (vzbv), Holger Krawinkel. Auch der aussenpolitische Sprecher der CDU/CSU-Fraktion, Eckart von Klaeden, forderte, die Abhängigkeit von russischem Gas zu reduzieren.

Der aussenpolitische Experte der Unions-Fraktion machte in der «Leipziger Volkszeitung» deutlich, dass derzeit Russland und Deutschland noch wechselseitig auf die Einhaltung der geschlossenen Verträge angewiesen seien. Die Einhaltung dürfe deshalb von keiner Seite in Frage gestellt werden. «Andererseits müssen wir das einseitige Mass an Energie-Abhängigkeit, insbesondere vom Gas, von russischen Quellen und von Versorgungslinien aus Russland in Zukunft deutlich reduzieren. Das ist uns allen durch die aktuellen Erdgas-Handelskonflikte noch klarer geworden», betonte von Klaeden.

Der Energie-Experte Krawinkel riet in der «Frankfurter Rundschau», mit anderen Ländern Verträge abzuschliessen. Beispielsweise könne aus Afrika verflüssigtes Erdgas bezogen werden. Noch wichtiger sei es jedoch, den Verbrauch zu drosseln. Es sei Unfug, mehr als 60 Prozent des importierten Erdgases zur Erzeugung von Raumwärme und Warmwasser in Haushalten, Gewerbe und Industrie einzusetzen. Deutschland müsse schleunigst in Kraftwärmekopplung und eine umfassende Sanierung der Gebäude investieren.

«Mit strengen Standards für Neu- und Altbauten sowie einer Konzentration der finanziellen Unterstützung auf Sanierungen, die den Anforderungen von Passivhäusern entsprechen, könnte der Energiebedarf der Gebäude innerhalb von etwa 25 Jahren um bis zu 75 Prozent reduziert werden», schrieb der Experte. (dapd)

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