Wachstum bringt dem Arbeitsmarkt nur wenig
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Wachstum bringt dem Arbeitsmarkt nur wenig

Die Schweizer Wirtschaft wächst langsam, aber sie wächst. Die Exporte nehmen ebenso zu wie die Binnennachfrage. Doch auf dem Arbeitsmarkt ist davon vorerst nichts zu spüren.

Die Konjunkturexperten des Bundes rechnen für das laufende Jahr mit einem Wachstum des Bruttoinlandprodukts (BIP) von 1,3 Prozent. Und im kommenden Jahr soll sich die Expansionsrate auf 1,7 Prozent beschleunigen.

Noch im Juli hatte das seco seine Prognosen gesenkt: Für 2005 war im Sommer ein BIP-Wachstum von 0,9 Prozent vorhergesagt worden. Für 2006 war eine Wachstumsrate von 1,5 Prozent erwartet worden.

Wieder mehr Investitionen

Zahlreiche Konjunktur-Indikatoren hätten sich in den vergangenen Monaten verbessert - trotz anhaltend hoher Ölpreise. Gemäss seco setzt sich der Aufwärtstrend im laufenden Jahr daher abgeschwächt fort, im nächsten Jahr dürfte er sich beschleunigen.

Neben stärkeren Exporten und privaten Konsumausgaben sei auch mit einer deutlichen Belebung der Ausrüstungsinvestitionen zu rechnen. Mit der steigenden Kapazitätsauslastung in den Unternehmen steige der Bedarf für Erweiterungsinvestitionen.

Beim Personal zurückhaltend

Demgegenüber werden die Unternehmen ihren Personalbestand nur zurückhaltend aufstocken, wie die Konjuntkurexperten des Bundes annehmen. Die Unsicherheit, ob die Belebung der Wirtschaft von Dauer sei, scheine noch zu gross.

Das seco bleibt denn auch bei seiner Arbeitsmarkt-Prognose vom Sommer: Die durchschnittliche Arbeitslosenquote beträgt demnach im laufenden Jahr 3,8 Prozent und geht im kommenden Jahr geringfügig auf 3,6 Prozent zurück.

Mit vielen Risiken behaftet

Das seco räumt ein, dass seine Prognose mit Risiken behaftet sei. Unsicher sei insbesondere, ob die konjunkturelle Aufhellung im Euro-Raum endlich in einen breit abgestützten Aufschwung münde oder sich einmal mehr als Strohfeuer entpuppe. Das hätte negative Folgen für die Schweizer Exporte.

Risiken orten die Experten auch an der Zinsfront: Ein unerwartet starker Zinsanstieg könnte die Konjunktur belasten. Schwierig zu prognostizeren sei ferner die Entwicklung der Ölpreise und deren Folgen für die Teuerung.

Für die Schweiz wird in diesem und im nächsten Jahr mit einer mässigen Teuerung von leicht über 1 Prozent gerechnet. Schliesslich stellt laut seco das stark gestiegene Leistungsbilanzdefizit der USA, verbunden mit dem hohen Budgetdefizit, ein Risiko dar.

(sda)

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