Seltene Vögel: Wachtelkönige im Bündnerland aufgetaucht
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Seltene VögelWachtelkönige im Bündnerland aufgetaucht

Die Bauern wollen den König nicht schachmatt setzen: Mehrere Bündner Landwirte haben sich bereit erklärt, ihre Wiesen erst Mitte August zu mähen, damit der seltene Wachtelkönig seine Brut geschützt im hohen Gras aufziehen kann.

Der Schweizer Vogelschutz SVS/BirdLife Schweiz kann aus dem Unterengadin und aus der Surselva mit guten Neuigkeiten aufwarten: Seit Anfang Juni sind wieder die markanten nächtlichen Rufe des sehr seltenen Wachtelkönigs zu hören.

Mehrere Bauern aus Ardez, Tschlin und Sedrun haben sich bereit erklärt, wegen des Wiesenbrüters erst Mitte August zu mähen. Denn der Wachtelkönig ist auch hochwüchsiges Wiesland angewiesen. Er benötigt ab Juni mindestens zwei Monate für eine erfolgreiche Brut.

Wird vorher gemäht, wird im schlimmsten Fall die ganze Vogelfamilie getötet. Die Geduld der Bauern wird vom Kanton finanziell abgegolten, wie es in einer SVS-Mitteilung vom Dienstag heisst.

Das Artenförderungsprogramm Wachtelkönig läuft seit 1996. Kernstück sind Vereinbarungen mit den bewirtschaftenden Landwirten, um dort einen Mahdaufschub zu erreichen, wo Wachtelkönige rufen. Dank der gezielten Artenförderung konnten in den vergangenen Jahren bereits einige Wachtelkönig-Bruten gesichert werden.

Mittlerweile sind die Massnahmen Teil des Programms Artenförderung Vögel Schweiz des Schweizer Vogelschutzes SVS/ BirdLife Schweiz und der Schweizerischen Vogelwarte Sempach. Unterstützt wird das Programm vom Bundesamt für Umwelt und, im Kanton Graubünden, von den Ämtern für Jagd und Fischerei, Natur und Umwelt sowie Landwirtschaft. (sda)

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