Handball: Wacker Thun zum vierten Mal Cupsieger
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HandballWacker Thun zum vierten Mal Cupsieger

Wacker Thun gewann zum vierten Mal nach 2002, 2006 und 2012 den Schweizer Cup. Das Team von Trainer Martin Rubin besiegte im Cupfinal in Olten die Kadetten Schaffhausen verdient mit 30:26 (15:11) und verteidigte den Titel aus dem Vorjahr.

von
fbu

Mit grosser Spannung war der Cupfinal der derzeit neben Pfadi Winterthur dominierenden Teams im Schweizer Handball erwartet worden. Nicht nur wegen dem souveränen Finaleinzug der Kadetten (28:25 gegen Endingen) sahen die Experten die Schaffhauser vor dem Anpfiff im Vorteil. Besonders der klare 33:27-Meisterschaftssieg vom vergangen Mittwoch gegen denselben Gegner und die Mühen der Thuner in ihrem Halbfinal, in dem sie sich am Samstag erst nach zweimaliger Verlängerung gegen Lakers Stäfa (34:32) für den Final qualifizieren konnten, liess den Nordostschweizern die Favoritenrolle zukommen.

1380 Zuschauer in der Oltner Kleinholzhallte trauten wohl ihren Augen nicht, als die Partie von Beginn an einen komplett anderen Verlauf nahm. Die Berner Oberländer verteidigten nämlich den Titel, den sie noch im letzten Jahr gegen den selben Gegner etwas überraschend gewonnen hatten, in der Final-Reprise auf überzeugende Art und Weise. Für die «Aufgabe Schaffhausen» war die Mannschaft von Trainer Rubin bestens gerüstet und bewältigte die 60 Spielminuten mit einem solchen Leistungswillen, der für die Schlussphase der Meisterschaft ebenfalls Hoffnungen schürt, den ersten Meistertitel der Vereinsgeschichte zu erringen.

Nach knapp 13 Minuten war Wacker bereits 6:3 in Front gelegen. Die Thuner liessen die technisch versierten Nordostschweizer über die gesamte Spielzeit kaum gewähren, machten die Räume eng und nutzten ihre Konterstärke konsequent aus - die 15:11-Pausenführung war logisch. Der deutliche Vorsprung nach 30 Minuten täuschte jedoch über die aufgeladene Stimmung auf den Rängen und die emotionale Affiche auf dem Spielfeld hinweg. Lediglich kleine Aktionen am Gegner führten immer wieder zu unliebsamen Rencontres; besonders die unsportliche Aktion von Thuns Jonas Dähler (29.) an Kadettens Christian Dissinger hatte dabei die Gemüter erhitzt und die Nerven aller unnötig strapaziert.

Kurz nach der Halbzeit stemmten sich die Kadetten nochmals gegen die Niederlage, doch blieben sie stets mit mindestens zwei Toren in Rückstand. Schliesslich zogen die Thuner vom 21:19 (44.) auf 27:21 (51.) davon und verwalteten den Vorsprung bis zum Schlusspfiff souverän. Das ausgeglichenere Kollektiv um Lukas von Deschwanden (6 Tore), Dähler (5), Borna Franic (5), Nikola Isailovic (4) und besonders um Nationalgoalie Andreas Merz, der mit 22 Paraden der beste Spieler des Finals war, behielt das bessere Ende für sich und bescherte Wacker Thun die am Ende souveräne Titelverteidigung.

Die erneut starke Leistung des 23-jährigen von Deschwanden dürfte dem anwesenden Nationaltrainer Goran Perkovac nicht verborgen geblieben sein. Indes freute sich der talentierte Jungspund über den Cupsieg: «Einen Pott in die Höhe zu stemmen, ist das grösste, das man haben kann - dafür trainieren wir täglich.» Hinsichtlich der Nationalmannschaft gab er sich in seiner Feierlaune sorglos, aber dennoch selbstkritisch: «Ich muss sicher noch einige Dinge verbessern, bis ich bei der Nati ein Thema werden kann.»

Bei den Schaffhausern zeigte besonders Leszek Starczan mit acht Toren eine starke Leistung, doch blieb beispielsweise der spanische Star Carlos Prieto im Schweizer Cupfinal, der zum dritten Mal als Final-Four-Turnier ausgetragen wurde, mit bloss einem Tor im Halbfinal gegen Endingen blass. Trainer Urs Schärer zeigte sich bitter enttäuscht: «Man gewinnt oder verliert als Mannschaft. Wir werden die Niederlage analysieren und die richtigen Schlüsse ziehen.» Betont kämpferisch gab er sich aber nach kurzem Bedauern wieder für die Schlussphase der Meisterschaft: «Wir wollen den Titel verteidigen.»

Bei den Frauen setzten sich die im Final favorisierten Handballerinnen von Spono Nottwil gegen Basel Regio knapp 23:21 (11:10) durch. Nottwil lag gegen die Baslerinnen ausser beim Stand von 19:19 stets in Front und feierte den dritten Cupsieg nach 2001 und 2011. Am Samstag hatte Regio Basel für eine Überraschung gesorgt, als sie den Vorjahressieger und achtfachen Titelhalter Brühl St. Gallen 30:28 bezwungen hatten. (fbu/si)

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