Aktualisiert 15.01.2015 07:56

Nigeria

Während Geburt – Boko Haram tötet Schwangere

Boko Haram hat Anfang Januar mehrere hundert Menschen angegriffen und getötet. Darunter war laut Amnesty International auch eine Frau, die gerade gebar.

1 / 5
Bilder von Mitgliedern der Terrorsekte Boko Haram sind selten: Die Terroristen töten gezielt Journalisten und Fotografen.

Bilder von Mitgliedern der Terrorsekte Boko Haram sind selten: Die Terroristen töten gezielt Journalisten und Fotografen.

Dafür umso häufiger: Bilder von Dörfern, die Boko Haram abbrannte.

Dafür umso häufiger: Bilder von Dörfern, die Boko Haram abbrannte.

Keystone/AP/Haruna Umar
So sah Baga aus, als Boko Haram die Kleinstadt 2013 das letzte Mal angriff. Wie Baga heute aussieht, kann man sich nur vorstellen - der erneute Angriff soll noch brutaler abgelaufen sein.

So sah Baga aus, als Boko Haram die Kleinstadt 2013 das letzte Mal angriff. Wie Baga heute aussieht, kann man sich nur vorstellen - der erneute Angriff soll noch brutaler abgelaufen sein.

Keystone/AP/Haruna Umar

Amnesty International hat der Islamistengruppe Boko Haram schwere Verbrechen während eines blutigen Angriffs auf die Stadt Baga im Nordosten von Nigeria vorgeworfen. Die Kämpfer hätten unter anderem eine Schwangere während der Entbindung erschossen.

Das erklärte die Menschenrechtsorganisation am Donnerstag unter Berufung auf einen Augenzeugen. Boko Haram hatte am 3. Januar Baga und umliegende Ortschaften angegriffen und nach Einschätzung von Amnesty mehrere hundert Menschen ermordet. Die Organisation sprach von der «grössten und zerstörerischsten Attacke», die Boko Haram je ausgeführt habe.

Boko Haram will Kalifat errichten

Die vorsätzlichen Tötungen von Zivilisten und die Zerstörung ihres Eigentums seien «Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit und verlangen eine Untersuchung», erklärte Amnesty. Boko Haram will in Teilen des Landes ein Kalifat errichten. Der Angriff vom Januar galt offenbar zivilen Selbstverteidigungsmilizen, die das Militär im Kampf gegen die Gruppe unterstützen.

Die Organisation veröffentlichte auch mehrere Satellitenbilder, bei denen es sich um Aufnahmen von Baga und Umgebung handeln soll. Amnesty schätzt, dass im Zuge der Angriffe mehr als 3700 Gebäude beschädigt oder komplett zerstört wurden. Örtliche Vertreter hatten bereits erklärt, dass Baga sowie mindestens 16 umliegende Siedlungen zerstört und 20'000 Menschen zur Flucht gezwungen worden seien.

In Nigeria finden Mitte Februar Parlaments- und Präsidentschaftswahlen statt. Die Welle der Gewalt durch Boko Haram wird auch als Versuch gewertet, diese Wahlen zu gefährden. (sda)

Deine Meinung

Fehler gefunden?Jetzt melden.