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«Wär schloht, dä goht»: 76 Täter aus Wohnung gewiesen

Seit Anfang Juli ist in Basel das Wegweisungsrecht bei häuslicher Gewalt in Kraft. Die Erfahrungen damit sind durchwegs positiv.

«Wär schloht, dä goht»: Unter diesem Motto können in Basel-Stadt seit sieben Wochen Personen wegen häuslicher Gewalt für maximal zwölf Tage aus ihren eigenen vier Wänden ausgewiesen und damit von ihren Opfern ferngehalten werden. Bisher wurde das polizeiliche Wegweisungsrecht in drei Fällen angewendet. Bei allen Tätern handelte es sich um Männer, zwei von ihnen waren Ausländer. «Das Wegweisungsrecht ist hilfreich, weil es die gewaltausübende Person mit ihrem Tun konfrontiert», erklärt Regine Kaiser vom Sozialdienst der Polizei. Zudem verschaffe es dem Opfer eine Pause im Konflikt, so dass es zu sich selbst finden und Lösungen angehen könne.

Bereits ein Jahr länger ist das Wegweisungsrecht im Baselbiet in Kraft: Hier wurden 73 Wegweisungen verzeichnet. 70-mal mussten Männer und dreimal Frauen weggewiesen werden, 58 Prozent davon waren Ausländer. «Das Wegweisungsrecht ist ein noch stärkeres Mittel, um die Nulltoleranz bei häuslicher Gewalt durchzusetzen», sagt Ariane Rufino, Co-Leiterin der Interventionsstelle gegen häusliche Gewalt. Sie ist überzeugt: «Dadurch sind sicher schon schwere Eskalationen verhindert worden.»

Sabine Knosala

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