Aktualisiert

Top-TeamleistungWäre es doch ein Weltcuprennen ...

Die Schweizer Herren gehen in der WM-Abfahrt in Schladming leer aus. Als Team überzeugen die Eidgenossen jedoch und hätten die Goldmedaille verdient.

von
Herbie Egli
Schladming

Patrick Küng, Didier Défago und Klaus Kröll über die WM-Abfahrt in Schladming. (Video: 20 Minuten Online)

Die Schweizer Abfahrer geben an der WM in Schladming ein Lebenszeichen von sich. Silvan Zurbriggen, Patrick Küng und Didier Défago belegen die Ränge 6 bis 8. Einzig Carlo Janka fällt als 19. etwas ab. Wäre es keine WM-Abfahrt, sondern ein Weltcuprennen gewesen, die Ski-Schweiz hätte ihre helle Freude.

Bisher war ein 10. Platz das beste Abfahrtsergebnis eines Schweizers in der WM-Saison. Didier Défago erreichte diesen Ende November letzten Jahres in Beaver Creek. Sonst zählten die Eidgenossen in der Königsdisziplin immer zu den Geschlagenen. Das gute Mannschaftsresultat an der WM in Schladming ist deshalb Balsam auf die Wunden. «Es ist sicher eine gute Teamleistung. Das müssen wir für die Zukunft mitnehmen. Wir haben gezeigt, dass wir schnell fahren können», sagt Didier Défago. Dem bestplatzierten Schweizer, Silvan Zurbriggen auf Platz 6, fällt sogar ein Stein vom Herzen. «Ich hatte in den letzten Tagen viel Druck gespürt, weil ich die Qualifikationen fahren musste. Da freut es mich umso mehr, dass ich genau heute meine Bestleistungen zeigen konnte.»

Lob aus Österreich

Dass die Schweizer mit den Besten mithalten können, zeigte auch Patrick Küng. Der Glarner kämpfte bis vor der WM mit Hüftproblemen. Während dem Rennen spürte er nichts mehr davon und ist mit seiner Leistung sowie jener der Mannschaft zufrieden. «Meine Fahrt war okay. Für ein Weltcuprennen wäre es gut, aber an einer WM zählen nur die Medaillen. Aber es ist eine gute Teamleistung.» Auch wenn man davon nichts kaufen kann, das gute Mannschaftsresultat gibt Anlass zur Hoffnung. Und diese stirbt ja bekanntlich zuletzt.

Zu den Geschlagenen der WM-Abfahrt gehörten die Österreicher. Klaus Kröll bewahrte das Gastgeberland mit dem 4. Platz zwar vor einem Debakel. Der zweitbeste Rot-Weiss-Rote, Matthias Mayer, liegt allerdings nur auf Rang 13. Kröll zollt der Schweizer Teamleistung Anerkennung und sagt, dass mit den eidgenössischen Rivalen in Zukunft wohl wieder zu rechnen ist. «Die Schweizer sind wirklich stark gefahren. Da ist ein Aufwärtstrend erkennbar.»

Eidgenössische Schadenfreude

Ein Aufwärtstrend täte auch den Österreichern bei der Heim-WM gut. Im Medaillenspiegel liegt das Gastgeberland mit einer Bronze-Auszeichnung nur auf dem 8. Platz. Die Schweiz ist dank der Silbermedaille von Lara Gut zwei Ränge besser klassiert. Die WM dauert aber noch eine Woche und die technischen Wettbewerbe folgen erst. Die Wahrscheinlichkeit ist also gross, dass Österreich die Schweiz noch abfängt.

Deine Meinung

Fehler gefunden?Jetzt melden.